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Irrtum der Technik: Kernkraft

Die These:
Atomzertrümmerung produziert kaum Energie.

Alexander Stahr

Die Energie, die durch Atomzertrümmerung produziert wird, ist eine armselige Sache. Jeder, der von der Umwandlung dieser Atome eine Kraftquelle erwartet, redet nur Blabla.

Das soll der berühmte Nobelpreisträger und Atomphysiker Lord Ernest Rutherford im Jahr 1933 geäußert haben. Nun, Kernkraftwerke liefern, entgegen dieser Äußerung, seit Jahrzehnten auf der ganzen Welt Strom.

Das Prinzip eines Kernkraftwerks beruht auf der Umwandlung von Masse in Energie. Bei der Kernspaltung von Uran- oder Plutoniumatomen werden vergleichsweise kleine Mengen an Materie in ungeheure Energiemengen umgewandelt.

Im Kernreaktor werden Brennstäbe aus Uran zur Wärmeerzeugung "abgebrannt". Ein Brennstab oder Brennelement besteht aus zahlreichen Pellets. Das sind Brennstofftabletten aus Uranoxid. Die Brennstäbe sind von Wasser oder Graphit als Moderator umgeben. Dadurch werden die schnellen Neutronen, die bei der Kernreaktion entstehen, abgebremst, damit sie auf neue Urankerne treffen und die Kettenreaktion aufrechterhalten bleibt. Steuerstäbe etwa aus Bor kontrollieren dabei die Zahl neu freigesetzter Neutronen. Mit der erzeugten Wärme wird Wasserdampf erzeugt, der wiederum Turbinen zur Stromerzeugung antreibt.

Das erste kommerzielle Kernkraftwerk wurde im Jahre 1956 im englischen Calder Hall in Betrieb genommen. 30 Jahre später kam es am 26. April 1986 im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl erstmals zum größten denkbaren atomaren Unfall - zum Super-GAU.

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