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Das Fest der Musik geht um die Welt

Dass die Fête de la Musique ausgerechnet am 21. Juni, dem längsten Tag des Jahres, steigt, ist Zufall. Die Anhänger des Festes der Musik, auf Deutsch auch "Internationaler Tag der selbstgemachten Musik" dürfte das aber freuen - umso länger haben sie Gelegenheit, die inzwischen weltweit stattfindenden musikalischen Straßenpartys zu genießen.
von wissen.de-Autorin Susanne Mittermaier, Juni 2013

"Spielt Musik - Fest der Musik"

Das französische Wortspiel "Faites de la musique, Fête de la Musique", bei dem beide Satzteile gleich ausgesprochen werden, verdeutlicht die Idee. Auf Deutsch "Spielt Musik, Fest der Musik" hieß es zum ersten Mal 1982 in Paris. Von dort aus hat sich das Festival im Lauf von 30 Jahren auf inzwischen mehrere hundert Veranstaltungsorte weltweit ausgebreitet.

Eine Nacht lang präsentieren Amateurmusiker und Profis ihr Können in den verschiedensten Musikstilen. Von Pop über Rock, Jazz, Funk, Blues, Folk, Reggae, A-capella-Musik, Hip-Hop, Heavy Metal, Gipsy, Swing und Klassik gibt es eigentlich keine Richtung, die nicht vertreten ist. Damit die Fête ein Angebot für die ganze Familie ist, werden vielerorts auch Programme für Kinder angeboten.

Gerade die Mischung unterschiedlicher Musik für alle Altersklassen macht den Reiz der Fête de la Musique aus. Ähnlich wie auf einem Jahrmarkt mit zahllosen Buden und Fahrgeschäften können die Besucher beim Fest der Musik von Ort zu Ort pilgern, die Atmosphäre genießen, mitsingen und tanzen und so ihr ganz persönliches Musikfest feiern.

 

Fünf Millionen Musiker in Frankreich

Als Väter der Fête de la Musique gelten der Komponist und damalige Direktor im französischen Kulturministerium, Maurice Fleuret (*1932, † 1990), sowie Kulturminister Jack Lang (*1939). Als Intendant kultureller Veranstaltungen hatte sich Lang vor seinem Amtsantritt 1981 schon einen Namen in der Musikszene gemacht. Auslöser für Fleuret und Lang, ein nationales Festival zu organisieren, waren die Ergebnisse einer Umfrage, wonach fünf Millionen Menschen in Frankreich ein Musikinstrument spielen. Bei den Kindern und Jugendlichen war dies sogar bei jedem Zweiten der Fall.

All diese Musiker aus ihren einsamen Übungszimmern und dunklen Partykellern herauszulocken, um gemeinsam und öffentlich aufzutreten, war die Absicht hinter Langs und Fleurets Projekt. Die Idee kam schnell an bei französischen Musikliebhabern. Schon nach drei Jahren konnten die Initiatoren ihr "Baby" ins Ausland exportieren.

 

Mehr als 300 Städte weltweit beteiligt

Inzwischen steigt die Fête de la Musique, im englischen Sprachkreis auch als World Music Day bekannt, in über 300 Städten weltweit, 90 davon in Europa. In Deutschland beteiligen sich rund 40 Orte, etwa zwei Drittel davon in den neuen Bundesländern, darunter Berlin, Dresden, Erfurt, Quedlinburg und Weimar. Weitere Städte, die das Fest der Musik feiern, sind Hannover, Essen, Saarbrücken und Weingarten. Jeder Ort, der an der Fête de la Musique teilnehmen möchte, muss einen kostenlosen Lizenzvertrag mit der jeweiligen nationalen Fête Company abschließen, die Organisation in den Orten läuft über die jeweilige Stadtverwaltung.

Über Programm und Veranstaltungsorte informiert der offizielle Internetauftritt der Fête de la Musique. In Deutschland ist dieser unter der Adresse www.fetedelamusique.de erreichbar.

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