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Das Wort des Monats Oktober 2005

ausloten

Nachdem es die Schwampel nur bis zum Wort des vergangenen Monats gebracht hat und sie sich politisch doch nicht durchsetzen konnte, stand die nationale Politik im Nachwahlmonat Oktober wieder im Mittelpunkt des Interesses. Da wurden jede Menge Sondierungsgespräche geführt, jede Partei sprach mit jeder, schließlich hatten ja auch alle die Wahl gewonnen. Man rätselte über stärkste Fraktionen und Parteien, über Kanzlerwechsel und sonstige Macht- und Postenansprüche. Es galt auszuloten welche Koalition sich inhaltlich zu tragfähigen Kompromissen würde durchringen können.

Ursprünglich bedeutet ausloten, dass man mit dem Lot die Tiefe von etwas ausmisst. Wenn man sich nun die Gespräche zum Ausloten der politischen Möglichkeiten betrachtet, wundert man sich allerdings meist nur über die fehlende Tiefe der Gespräche. Meist schien es doch nur um persönliche Eitelkeiten und Postengeschachere als um tiefschürfende inhaltliche Diskussionen zu gehen. Nun muss etwas, das man auslotet, natürlich nicht tief sein, aber so flach wie die Sondierungsgespräche liefen, hätte man die Grund doch eigentlich mit bloßem Auge erkennen müssen.

So harren wir also weiter der Dinge und hoffen, dass sich CDU/CSU und SPD, die sich zu Koalitionsverhandlungen zusammengesetzt haben, beim Ausloten der gemeinsamen Arbeitsgrundlage in einer bestimmten Tiefe treffen können, damit sie Deutschland aus der von allen beschrieenen Talsohle herausführen können.

Allen Teilnehmern an unserer Aktion “Wort des Monats“ vielen Dank. Senden Sie uns auch im kommenden Monat wieder Ihren Vorschlag mit einer Begründung an die bekannte E-Mail-Adresse:wortdesmonats@wissen.de. Wie üblich gibt es einen Wahrig: Deutsche Rechtschreibung zu gewinnen (dafür aber nicht die Begründung vergessen!) wir freuen uns auf Ihre Einsendung und wünschen viel Erfolg!

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Dietmar Hefendehl
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