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Der Mensch Karl der Große

Leidenschaftlicher Lebemann mit Familiensinn

Vor 1200 Jahren starb Karl der Große. Während die Stadt Aachen dem mächtigen Kaiser zu diesem Anlass Feierlichkeiten und Ausstellungen widmet, lohnt auch ein anderer Blickwinkel auf Karl den Großen: Ein Mann mit Liebe und Leidenschaften.

Ein kleiner Junge tobt durch Gräben, die auf dem Grundstück seiner Eltern ausgehoben wurden. Vielleicht rennt er immer wieder durch die Gräben und stürzt, vielleicht spielt er mit Steinen oder Stöcken. Jedenfalls passiert ihm ein Missgeschick und der Siebenjährige verliert einen Milchzahn, so soll es der künftige Kaiser selbst einem Biographen erzählt haben. Es ist das Jahr 755 und der kleine Junge soll zum mächtigsten Herrscher in Europa aufsteigen: Karl der Große. Zu seinem 1200. Todestag widmet ihm die Stadt Aachen drei Ausstellungen: Vom 20. Juni bis 9. September 2014 beschäftigen sich die Ausstellungen mit seiner Macht, der Kunst, die während seiner Herrschaft entstand, und dem Schatz, den Karl der Große hinterlassen hat.  Auch Feierlichkeiten und Vorträge befassen sich das ganze Jahr über mit seiner Herrschaft.

Doch nicht nur als Kaiser fasziniert Karl der Große, auch als Mensch zeigt sich eine interessante Persönlichkeit. Allerdings ist über die Kindheit und Jugend Karls – abgesehen von einigen Daten und dieser Anekdote – wenig bekannt. Er wird wohl am  2. April 748 geboren und schon 754 gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Karlmann zum König gesalbt.

 

Zwei streitende Brüder

Doch erst nach dem Tod ihres Vaters Pippin im Jahr 768 werden die Brüder Karl und Karlmann zu Königen erhoben – und schon bald geraten die Brüder in Streit. Als Karl einen Aufstand in Aquitanien niederschlagen will, verweigert Karlmann ihm die militärische Unterstützung. Es ist Mutter Bertrada, die zwischen den beiden streitenden Brüdern vermitteln muss. Im Jahr darauf arbeiten die Beiden wieder einträchtlich zusammen, als jeder die gleiche Anzahl Bischöfe zu einer Synode – einer Art Parlamentssitzung der Kirche – entsendet. Doch schnell bahnt sich der nächste Streit an: Beide nennen ihren erstgeborenen Sohn Pippin, um den Herrschaftsanspruch ihres Vaters auf ihre Söhne zu übertragen. 771 stirbt Karlmann überraschend und Karl übernimmt dessen Reich. Karlmanns Frau und Kinder verschwinden hinter Klostermauern.

Karls eigene Familie wird immer größer. Mindestens vier Mal heiratet Karl, mindestens vier Geliebte hat er. Achtzehn Kinder – acht Jungen und zehn Mädchen – zeugt Karl mit seinen Ehefrauen. Mit seiner ersten Frau bekam er Sohn Pippin. Schon kurz nach dessen Geburt verstößt Karl sie und heiratet 770 wegen eines Bündnisses die Tochter eines Langobardenkönigs. Doch nur ein Jahr später schickt er sie zurück zu ihrem Vater. Stattdessen heiratet er Hildegard, die wohl erst 13-jährige Tochter eines alemannischen Herrschers. Eine Verbindung, die Karl hilft, seine Macht im ehemaligen Herrschaftsbereich seines Bruders Kalrmann zu festigen und sich doch zu einer innigen Beziehung entwickelt. Karl liebt Hildegard sehr: Sie begleitet ihn auf zahlreichen seiner Reisen und schenkt ihm neun Kinder.

 

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von wissen.de-Autor Thomas Krause, Januar 2014
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