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Die Bahn streikt!

von Petra Singer, München

Ich habe ja nichts dagegen, dass gestreikt wird. Die Bahn-Mitarbeiter haben natürlich das Recht dazu und mein vollstes Verständnis. Man organisiert sich den Tag so, dass man möglichst nicht während der Zeit des Streiks in einen Zug oder auch ins Auto, denn alle weichen natürlich auf dieses Verkehrsmittel aus, steigen muss. So machte ich mich nach dem offiziellen Streikende um 9 Uhr auf den Weg zur S-Bahn-Station. Der Bahnsteig wahr gut gefüllt und durch den Lautsprecher wurden laufend Gleisänderungen durchgegeben. In aller Ruhe wartete ich auf die S-Bahn, die offensichtlich nicht von irgendwelchen Verzögerungen und Gleisänderungen betroffen war, und las ein Buch. Zufällig blickte ich auf und bemerkte zwei Gleise weiter eine S-Bahn, die in Richtung Innenstadt ausgeschildert war und dort schon eine Weile stand. Keiner der Fahrgäste auf meinem Bahnsteig machte Anstalten rüber zu gehen und es gab auch keine Durchsage. Warum ich irgendwann dann doch hinüberging, weiß ich nicht. Jedenfalls wechselte ich den Bahnsteig und stieg ein. Im Abteil saß noch ein weiterer Fahrgast, der etwas verunsichert war. Die Türen schlossen sich und die S-Bahn fuhr in Richtung Innenstadt los - mit nur zwei Passagieren an Bord und ohne Info durch irgendeinen Bahnbeamten. Die Menschenmenge auf dem anderen Bahnsteig blickten uns völlig fassungslos nach.

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