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Es waren einmal zwei Brüder - Die Grimm'sche Märchenwelt

Aschenputtel, Dornröschen, Hänsel und Gretel, Frau Holle und viele mehr. Über 200 Jahre sind vergangen, seitdem die berühmten Grimms Märchen erschienen sind und doch sind sie keinen Tag gealtert. Wie eh und je verzaubern sie Kinder noch heute. Heute vor genau 228 Jahren wurde Wilhelm Grimm, der jüngere der zwei berühmten Brüder geboren. Anlässlich seines Geburtstages werfen wir einen Blick zurück und fragen: Was ist es eigentlich, das die Grimm'schen Märchen so besonders macht?

 

Doppelporträt Jacob (links) und Wilhelm Grimm
Doppelporträt Jacob und Wilhelm Grimm

Jacob (links) und Wilhelm Grimm, nach einer Bleistiftskizze Ludwig Emil Grimms, einem Bruder Jacobs und Wilhelms.

Am 24. Februar 1786, knapp ein Jahr nach seinem älteren Bruder wurde Wilhelm Grimm in Hanau geboren. Der Vater der beiden späteren Märchen-Sammler war Jurist und Amtmann. Er starb als die beiden gerade mal neun Jahre alt waren. Von da an unternahmen die Brüder fast alles gemeinsam. Ihre Tante ermöglichte ihnen das Studium der Rechtswissenschaft. Doch statt Paragraphen lasen die Brüder lieber Goethe und Schiller. Nicht die Rechts-, sondern die Sprachwissenschaften studierten sie. Sie wurden immer wissbegieriger, fragten: Wie hat sich die deutschsprachige Literatur zu dem entwickelt, was sie ist? Und so gelten sie als Mitbegründer der Germanistik. Doch weit bekannter sind die Gebrüder Grimm durch die Märchen, die sie uns hinterlassen haben und die bis heute Einzug in unsere Kinderzimmer halten.

Der Grimm'sche Stil

Nach ihrem Studium stellten die Brüder eine Sammlung aus Märchen und Sagen zusammen. Kinder- und Hausmärchen, so hießen ihre Geschichten ursprünglich. Diese stammten nicht aus eigener Feder, sondern größtenteils aus mündlichen Überlieferungen. Annette von Droste Hülshoff war eine ihrer Quellen. Sie erzählte den Brüdern Geschichten und Sagen, wie sie sie von den Mägden, Bauern und Schäfern des Guts übernommen hat. So sind die Märchen Geschichten aus dem Volksgut. Und genau darum ging es den Brüdern anfangs auch: Die Entwicklung der Volksmärchen untersuchen und verstehen. Sie betrachteten sich eher als Märchenkundler, denn als Märchenerzähler. Die erste Auflage schrieben die Brüder für die Wissenschaft und hatten noch gar nicht im Sinn, dass am Ende die Kinder es sein sollten, die ihre Geschichten verschlingen und lieben würden.

Ab der zweiten Auflage war es vor allem Wilhelm Grimm, der die überlieferten Geschichten sprachlich immer wieder überarbeitete und einen ganz eigenen Stil entwickelte. Er verpasste den Märchen Logik in der Handlung und Klarheit in der Sprache. Es war ihm wohl nicht bewusst, aber damit legte er den Grundstein dafür, dass die Bücher später Einzug in die Wohnstuben halten sollten.

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