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Unter der Lupe: das Gesundheitssystem

Thomas Huhnold

Die Lage

Das Gesundheitswesen ist an seine finanziellen Grenzen gestoßen. Die Beitragssätze für die gesetzlichen Krankenkassen sind trotz vieler Kostendämpfungsgesetze in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Lag der durchschnittliche Beitragssatz 1971 noch bei 8,2 % des Bruttolohns und zu Beginn der 90er Jahre bei 12,3 %, so ist er im Jahr 2003 auf 14,4 % gestiegen. Gleichzeitig erhöhten sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen von 97,6 Mrd. Euro auf inzwischen mehr als 142 Mrd. Euro. Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen lag 2002 fast 3 Mrd. Euro höher als erwartet, zudem wurden die gesetzlich verankerten Finanzreserven um ebenfalls 3 Mrd. Euro unterschritten. Gründe für die Kostenexplosion sind neben den hohen Verwaltungskosten der Kassen und der gestiegenen Lebenserwartung der Menschen, die eine längere und intensivere medizinische Betreuung nach sich zieht, insbesondere die Aufwendungen für Volkskrankheiten (Herz-Kreislauf-Erkrankungen) sowie für Medikamente: Jeder fünfte von den Kassen ausgegebene Euro wird für Arznei- und Heilmittel verwendet.

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