Jäger und Sammler
Heute fahren wir meist mit dem Auto zum Supermarkt, doch früher waren die Menschen den ganzen Tag auf den Beinen, um für ihre Nahrung zu sorgen. Sie gruben Wurzeln aus, sammelten Beeren und Blätter oder jagten Wild.
Beruf Läufer
Läufer waren vermutlich die ersten „Berufssportler“ in der Geschichte der Menschheit. Wollte ein Stamm in der Steinzeit seinen Lagerplatz wechseln, mussten alle mit: Alte, Kranke, Mütter mit neugeborenen Babys ...
Bevor sich die ganze Sippschaft auf den Weg machte, wurden die besten Läufer als Kundschafter vorausgeschickt. Sie sollten herausfinden, ob der Weg in die neuen Jagdgründe sicher war und ob es dort genug Wild und Wasser gab.
Später dienten Läufer als Nachrichtenboten zwischen zwei Stämmen oder Dörfern.
Pflichtbewusster Bote
Die Geschichte des ersten Marathons ist rund 2.500 Jahre alt: Im Jahr 490 v. Chr. fand in der Nähe der griechischen Stadt Marathon eine große Schlacht zwischen Griechen und Persern statt. Als die Griechen ihre Gegner bezwangen, wurde ein Läufer mit der freudigen Nachricht ins ca. 40 km weit entfernte Athen geschickt.
Am Ziel keuchte der pflichtbewusste Bote gerade noch die entscheidenden Worte „Wir haben gesiegt!“ - dann sank er tot zu Boden. So erzählt jedenfalls die Legende.
Mörderische Strecke
In Erinnerung an den legendären Läufer wurde der Marathon ins Programm der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 aufgenommen.
Lange Jahre galten 40 km als „mörderische Strecke“. Tatsächlich konnten manche Sportler nur noch mit letzten Kräften über die Ziellinie torkeln. Viele litten unter dem Flüssigkeitsverlust, da damals das Trinken während des Wettkampfes verboten war.
Andere kamen mit Betrug zum Ziel. Sie schluckten Dopingmittel, kürzten ein Stück ab oder ließen sich von einem Auto mitnehmen.
Für Frauen verboten
Für Frauen war der gefährliche Sport lange Jahre tabu. 1967 mogelte sich eine Amerikanerin unter die Teilnehmer des Boston-Marathons.
Ordner versuchten zwar, Katherine Switzer - sie hatte sich nur als K.V. Switzer in die Starterliste eingetragen - gewaltsam aus dem Rennen zu schubsen, doch Mitläufer halfen ihr, auf der Bahn zu bleiben.
Die Bilder von diesem Ereignis sorgten für Schlagzeilen. Nach und nach gab es erste Frauenrennen.
Doch erst seit 1984 ist der Marathon auch offizielle olympische Disziplin für Frauen.
Ungerade Zahl
Übrigens ist ein Marathon exakt 42,195 km lang. Die ungerade Zahl leitet sich von den Olympischen Spielen in London im Jahr 1908 her.
Damals wünschte die englische Königin Alexandra, dass die Läufer im Park ihres Schlosses starten sollten. So konnten die Königskinder alles genau sehen. Das Ziel lag im White-City-Stadion vor der Ehrenloge der Königin.
Heute trainieren Männer und Frauen aus aller Welt monatelang ihre Ausdauer für die Langstrecke. Die Besten schaffen es in gut zwei Stunden. Für alle anderen gilt: Dabei sein ist alles.
Hochlandtraining
Die besten Läufer der Welt kommen aus den afrikanischen Ländern Kenia und Äthiopien. Diese beiden Länder liegen zum Teil hoch über dem Meeresspiegel, wo die Luft ganz arm an Sauerstoff ist. Wer unter diesen Bedingungen trainiert, hat im Flachland schnell die Nase vorn.
Für viele Kinder in Kenia oder Äthiopien ist es der größte Traum, einmal einen Marathon in Europa oder den USA zu gewinnen.
Eisern
Heute veranstalten viele Städte rund um die ganze Welt Langstreckenläufe. Eines der bekanntesten Rennen ist der Honolulu-Marathon.
Der nördlichste Marathon der Welt findet im norwegischen Spitzbergen statt.
Vielen Läufern sind 40 km sogar viel zu lasch.
Wer es heißer mag, kann beim "Marathon du Sable" antreten. Dabei geht es mit vollem Gepäck durch die Wüste.
Beim Spartathlon - von Sparta nach Athen - sind 245 km in höchstens 36 Stunden zu bewältigen.
Beim Triathlon müssen die Teilnehmer sogar hintereinander 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42 km laufen. Wers schafft, darf sich „Ironman“ (= Mann aus Eisen).
Für Kinder: Mini-Marathon
Ihr habt Lust auf Laufen? Dann nichts wie los! Mit etwas Übung schafft ihr vielleicht sogar einen „Mini-Marathon“ von 4,2195 km.
Hier einige Tipps für das Ausdauertraining:
- Ihr braucht bequeme Kleidung und gut sitzende Turnschuhe.
- Macht vor dem Trainingsbeginn ein paar Übungen zum Aufwärmen.
- Fangt langsam an und steigert euer Tempo nach und nach.
- Lauft nicht mit vollem Magen.
- Wenn ihr Seitenstechen habt, beugt euch nach vorne und presst die Faust in die schmerzende Bauchseite. (Seitenstechen ist so eine Art Muskelkrampf durch Sauerstoffmangel im Zwerchfell. Je öfter ihr trainiert, umso weniger Seitenstechen bekommt ihr, weil dann der Sauerstoff gleichmäßiger im Körper verteilt wird.)
Und sonst macht ihr es einfach wie die „tschechische Lokomotive“ Emil Zatopek: "Hier ist der Start, dort das Ziel, dazwischen muss man laufen".


