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Freie Fahrt auf den Straßen am Kap

Das Zeitgefühl der Südafrikaner

Ein Traum wird wahr: Ich meine nicht, dass Südafrika die erste Fußball-Weltmeisterschaft des Kontinents ausrichten darf. Auch nicht, dass das deutsche Nationalteam in rund vier Wochen den Pokal in den Händen halten wird. Auch, dass in Deutschland endlich der Sommer ausgebrochen ist, lässt mich in diesem Jahr gänzlich kalt.

Selbst die Haltestellen sind pünktlich fertig geworden.
Nein, was wirklich zählt: Seit gestern sind hier, also in Kapstadt, alle Baustellen verschwunden. Die verengte Fahrbahn auf dem Weg zum Büro: dreispurig, geteert und frei zur Durchfahrt. Die provisorische Ampel hinter dem Haus: abgebaut. Der gesperrte Parkplatz vor meinem Lieblingssupermarkt: offen, befahrbahn und sogar mit Blumen geschmückt. (Dabei hatten wir im Büro noch vor einer Woche eine Sammelwette abgeschlossen, ob die Großbaustelle Kapstadt 2011, 2012 oder erst 2014 ein Ende haben würde.)

Die Südafrikaner mögen eine andere Einstellung zur Zeit haben. Unpünktlich sind sie jedenfalls nicht. Gut, wir Deutschen hätten natürlich alles mindestens ein halbes Jahr im voraus tiptop fertig gehabt, wären dann alle Straßen 50 bis 500 Mal auf Tauglichkeit abgefahren, hätten mindestens fünf Gutachter einbestellt und schließlich ein erfahrenes Team aus internationalen Straßenbauexperten, bis wir den ersten Fußballfan auf die schönen neuen Straße gelassen hätten ...
Aber ehrlich gesagt: So ohne kompliziert ist auch mal schön.

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von Tina Bucek, Kapstadt
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