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Jeans und Denim: Wo kommt der Stoff her und wie wird er verarbeitet?

Es gibt wohl niemanden, der nicht das ein oder andere Stück aus Denim, beziehungsweise Jeans-Stoff, in seinem Kleiderschrank hängen hat. Am beliebtesten dabei ist wohl die Jeanshose. Sie ist klassischerweise eine Lieblingshose, die man quasi zu jedem Anlass tragen kann. Wer auf der Suche nach einer neuen Lieblingshose ist, kann die modischen Jeans für Herren hier kaufen. Mit einem Sakko kombiniert, ist sie sportlich schick, mit einem Shirt wirkt sie leger und cool. Kaum ein anderes Kleidungsstück ist so wandelbar wie die Jeans. Deshalb möchten wir einen Blick auf die Geschichte der Jeans werfen und fragen uns, wo der Stoff herkommt und wie er verarbeitet wird.

Symbolbild Jeanshosen
Jeans sollten wirklich nur in den seltensten Fällen gewaschen werden.

Jeans - Ursprung des Namens

In Deutschland bezeichnet das Wort Jeans sowohl den Stoff als auch das fertige Endprodukt, das daraus entsteht, nämlich die Hose. Der Namensgeber ist die italienische Stadt Genua. Von dort kamen die Stoffe für die ersten Baumwollhosen. Im Französischen wird Genua Gênes genannt. Daraus entwickelte sich im Lauf der Jahre dann der heutige Name Jeans.

Allerdings wird der Stoff, aus dem die Jeans bestehen nicht überall auf der Welt Jeans genannt. Im Englischen heißt er nämlich Denim. Dieser Name entwickelte sich ebenfalls aus dem Französischen, denn das Material der allerersten Jeans, damals von Levi Strauss, hieß „Serge de Nîmes“. Später wurde aus „de Nîmes“ einfach Denim.

Entstehung der ersten Jeans

Die allererste Jeans lässt sich auf die Zeit der Goldgräber in den USA zurückführen. Vor mehr als 170 Jahren wanderte der 18-jährige Levi Strauss von Oberfranken in die USA aus, um in Kalifornien sein großes Glück zu suchen. Zusammen mit seinem Bruder gründete er ein Geschäft für robuste Kleidung, was vor allem bei den Goldsuchern damals Anklang fand.

In den 1870ern entwickelte Strauss zusammen mit dem Schneider Jakob Davis eine robuste mit Nieten besetzte Baumwollhose, die erste Levi’s Jeans. Allerdings wurde sie damals noch als „Hüftoverall“ bezeichnet. Seitdem gilt Levi Strauss quasi als Erfinder der Jeans. Aus dieser Idee entwickelte sich seine heute weltweit bekannte Jeansmarke Levi’s, der noch viele andere Marken folgten, die wir heute im Einzelhandel und im Netz kaufen.

Herstellungsprozess der Jeans

Im Grunde besteht die Jeans, wie wir sie kennen zum größten Teil aus Baumwolle, das zu Denim weiterverarbeitet wird. Oft werden noch andere Fasern beigemischt, um die Beschaffenheit der Hose zu ändern, beispielsweise Elastan, um sie etwas elastischer zu machen. Polyester kann den Tragekomfort erhöhen und die Strapazierfähigkeit des Materials beibehalten.

Klassischerweise ist die Jeans blau. Früher war hierfür der Farbstoff Indigo verantwortlich. Der wird aus der gleichnamigen Pflanze, die aus Indien stammt, gewonnen. Mittlerweile wird der Farbstoff aber auch künstlich hergestellt. Außerdem gibt es Jeans heutzutage in allen möglichen Farben.

Aus dem gefärbten Denim werden für eine Jeans bis zu 60 Einzelteile ausgeschnitten und zusammengenäht. Dazu zählt dann nicht nur der Stoff an den Beinen, sondern auch die Gürtelschlaufen, die Taschen und weitere Teile. Die werden dann mit einem robusten Garn zusammengenäht. Hinzu kommen am Schluss Knöpfe, Nieten und der Reißverschluss.

Nach dem Zusammennähen einer Jeans ist sie jedoch noch lange nicht fertig für den Verkauf. Es fehlt nämlich dann noch die charakteristische Waschung. Dabei werden spezielle Enzyme bei der Wäsche dazu gegeben oder die Jeans wird mit Steinen gewaschen, um ihr charakteristisches Aussehen zu bekommen.

Jeans gelten als besonders robust

Denim ist an sich ein ziemlich strapazierfähiger und reißfester Stoff. Traditionell wurde er im 19. Jahrhundert gewebt. Mittlerweile wurde dieses klassische Webverfahren jedoch eingestellt und man hat sich auf günstigere Alternativen konzentriert, was sich natürlich in der Qualität heutiger Jeans- und Denim-Produkte widerspiegelt.

Wer also heute lange Freude an seiner Jeans haben möchte, sollte deshalb vor allem auf die Stärke des Stoffes achten. Bei modernen Kleidungsstücken liegt sie zwischen acht und zehn Unzen pro Quadrat, während reiner Denim-Stoff zwischen 11 und 14 Unzen pro Quadrat liegt. Je reiner das Material der Jeans ist, desto robuster und langlebiger ist sie. Das ist auch besonders interessant für diejenigen, die nachhaltiger einkaufen möchten.

Denim, ein Stoff für viele Gelegenheiten

Die Lieblingsjeans lässt sich wirklich zu jedem erdenklichen Anlass tragen. Richtig kombiniert können Jeans richtig schick sein, lässig oder sportlich. Dabei muss man sich nicht unbedingt nur auf die Hose beschränken. Auch Jeansjacken, -Hemden, -Röcke oder sogar -Accessoires sind nach wie vor ziemlich beliebt. Denim passt einfach immer.

Bloß nicht waschen

Es ist ein Rat, den man von vielen Jeans-Experten bekommt: Man soll die Jeans bloß nicht und wenn doch, dann nur sehr selten waschen. Bei jedem Waschgang verliert der Stoff Farbe und der Stoff wird rauer. Zudem wird jedes Kleidungsstück individueller und persönlicher durch das Nicht-Waschen, da sich die Abdrücke von Schlüssel, Brieftasche oder anderen Gegenständen in der Hose mit der Zeit abzeichnen.

Damit sich keine unangenehmen Gerüche bilden, soll die Kleidung regelmäßig gelüftet werden. Eine Nacht im Gefrierfach oder das Besprühen mit Salzwasser werden als Geheimwaffe gegen Keime genannt.

Ein Tipp: Nur bei reinem Denim-Stoff funktioniert das Nicht-Waschen.

Verschiedene Passformen der Jeans

Jeans-Schnitte gibt es wie Sand am Meer. Jedes Jahr gibt es neue Schnitte für Frauen und Herren. Meist handelt es sich dabei jedoch um Wiederentdeckungen aus alten Zeiten. Egal aber für welche Jeans man sich entscheidet, fest steht doch, dass man am Ende irgendwie doch immer passend gekleidet ist. Jeans und insbesondere der Stoff Denim werden wohl nie aus der Mode kommen.

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