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Jugendschutz und Kinder im Internet

Kinder und Internet – eine schwere Grundsatzentscheidung für Eltern. Auf der einen Seite steht der Wunsch, die Medienkompetenz des eigenen Kindes zu fördern. Wer will sich schon dem Vorwurf aussetzen, sein Kind zum Computeranalphabeten zu erziehen? Auf der anderen Seite fürchten viele Eltern die Schattenseiten des WWW. Cybermobbing, Onlinesucht oder gefährliche Anmache sind reale Bedrohungen aus dem Netz. Gibt es überhaupt einen wirksamen Jugendschutz im Internet? Was können Eltern tun? Das Kind fürsorglich begleiten und sich selbst in Sachen World Wide Web, Smartphone, Social Media & Co. auf dem Laufenden halten, raten Medienpädagogen.
wissen.de-Autorin Monika Wittmann, Nov. 2012

Rund 5 Mio. Kinder unter 10 auf Facebook

Mutter und Tochter vorm Rechner
thinkstockphotos.de/Getty Images/Jupiterimages

Früher trafen sich Kinder zum Ballspielen auf der Straße. Heute verabreden sie sich im Netz.

Auch Eltern, die Chats kritisch gegenüberstehen, sollten sich deshalb mit Sozialen Medien auseinandersetzen. Selbst wenn Ihr Kind noch zu jung für einen eigenen Facebook-Account ist - offiziell ist dies erst ab 13 erlaubt. Doch weltweit wird die Dunkelziffer der unter 13jährigen in dem bekanntesten sozialen Netzwerk auf rund 7,5 Millionen geschätzt. 5 Millionen junge Facebook-User sind vermutlich sogar unter 10. Es ist also nie zu früh, sich mit dem Thema zu befassen. Kennen Sie zum Beispiel die Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook? Auf der Website der EU-Initiative klicksafe.de gibt es einen Facebook-Test für Eltern, Videoratgeber zum Schutz der Privatsphäre in sozialen Netzwerken und viele weitere Tipps.

 

Jugendschutz und sicheres Surfen

Faszination Computer
istockphoto.com/bonnie jacobs

Sprechen Sie mit Ihrem Kind genau ab, was es im Netz darf – und was nicht. Vereinbaren Sie wichtige Sicherheitsregeln: keine persönlichen Daten wie Name, Adresse, E-Mail oder Handynummer preisgeben, sichere Nicknames verwenden, die nichts über Alter oder Geschlecht aussagen (also surf-fan statt lisa99 oder flowergirly). Flyer und Broschüren über Jugendschutz und Infos zum sicheren Surfen finden Sie auf jugendschutz.net.

Und wie immer in der Erziehung gilt: Verbote reizen dazu, diese zu brechen. Falls ihr Kind zum Beispiel unbedingt an einem Gewinnspiel teilnehmen möchte, sollte es mit Ihnen darüber sprechen können. Sie können dann das Formular gemeinsam checken und unter Umständen Ihre eigene Telefonnummer oder Mailadresse eintragen.

Machen Sie Ihrem Kind auch klar, dass es das, was es einmal ins Netz gestellt hat, kaum mehr zurückholen kann. Von der wütenden Äußerung nach einem Streit unter Freunden bis zum persönlichen Foto... Selbst wenn es die Einträge später wieder löscht, können diese längst auf fremden PCs gespeichert oder ausgedruckt sein.

 

Kindersuchmaschine und eigene Startseite

Kleinkind vorm Computer
shutterstock.com/VanHart

So wie Sie Ihr Kind bei seinen ersten Schritten begleitet haben, sollten Sie auch dafür sorgen, dass es das Web in einem möglichst geschützten Rahmen kennen lernt und erkundet. Surfen Sie anfangs gemeinsam. Richten Sie Ihrem Kind außerdem einen eigenen Benutzerzugang mit eingeschränkten Rechten auf dem PC ein. Dort können Sie eine Kindersuchmaschine wie blinde-kuh.de als Standardsuche im Browser einrichten und seine Lieblingsseiten unter den Favoriten abspeichern. Schön bunt und zum eigenen Gestalten: meine-startseite.de von Surfen ohne Risiko, eine Aktion des Familienministeriums.

Wöchentlich neue Tipps für ausgewählte Kinderseiten finden Sie unter klick-tipps.net. Ein kommentiertes Verzeichnis von Webseiten zum Durchklicken und Ausprobieren bietet auch Kindermedienexperte Thomas Feibel.

Filtersoftware kann helfen, problematische Seiten zu blocken. FragFinn.de stellt eine Reihe von Kinder- und Jugendschutz-Programmen vor. Ihr Kind sollte aber auch wissen, dass es nicht seine Schuld ist, wenn es im Netz doch einmal auf Seiten stößt, die es erschrecken oder verunsichern. Junge Menschen, die die Welt gerade kennenlernen, brauchen in ihren Eltern starke Partner, denen sie vertrauen können, wenn etwas schiefläuft. Denn einen hundertprozentigen Jugendschutz im Internet gibt es nicht.

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