Lexikon
Französische Revolutiọn
Karikatur: Französische Revolution
Karikatur: Französische Revolution
Der Bauer (3. Stand) trägt alle Lasten (Adel und Klerus); Kolorierter Kupferstich. Paris, Bibliotheque National
© wissenmedia
Die Französische Revolution schuf die Voraussetzungen für die bürgerliche Gesellschaft des 19. Jahrhunderts und verhalf dem Gedanken des Nationalstaats zum Durchbruch.
Ursachen und Beginn
Die Reformunfähigkeit des Ancien régime hatte Frankreich in eine tiefe politische und wirtschaftliche Krise gestürzt. Adel und Klerus verteidigten ihre ständischen Privilegien und verhinderten eine Sanierung der zerrütteten Staatsfinanzen. König Ludwig XVI. sah sich gezwungen, erstmals seit 1614 die Generalstände nach Versailles einzuberufen (5. Mai 1789). Doch auch hier herrschte letztlich wieder das überlieferte ständische Ungleichgewicht. Die konstitutionelle Phase der Revolution wurde eingeleitet, als sich die Vertreter des dritten Standes weigerten, nach Ständen abzustimmen statt nach Köpfen, und sich am 17. 6. zur Nationalversammlung und am 20. 6. mit dem Ballhausschwur zur verfassunggebenden Versammlung erklärten.
Auf die Erstürmung der Bastille durch Pariser Volksmassen (14. 7.) folgten die Abschaffung aller Feudalrechte, Verkündigung der Menschen- und Bürgerrechte, Aufhebung der Klöster und Orden, Einziehen des Kirchengutes, Verstaatlichung der Schulen und Einführung der Zivilehe. Die Verfassung von 1791 machte Frankreich zur konstitutionellen Monarchie.
Radikalisierung und Terrorherrschaft
Der Fluchtversuch Ludwigs XVI. und die Einmischung des Auslands beschleunigten die Radikalisierung der Revolution. In den Septembermorden (2.–6. 9. 1792) kam es zum Bruch zwischen Girondisten und radikalen Jakobinern unter G. J. Danton und M. de Robespierre. Der Nationalkonvent rief am 22. 9. 1792 die Republik aus und ließ den König am 21. 1. 1793 hinrichten.
Die nun einsetzende blutige Schreckensherrschaft unter dem Prinzip des Terrors (terreur) manifestierte sich besonders in den Massenhinrichtungen unter der Guillotine. Die Ausdehnung des Terrors auf die eigene Partei (Hinrichtung Dantons) führte schließlich auch zum Sturz und zur Hinrichtung Robespierres (27. 7. 1794). Nach der Niederwerfung eines royalistischen Aufstandes in Paris durch General Napoleon Bonaparte und der Annahme der bürgerlichen Direktorialverfassung begann 1795 die Phase der Herrschaft eines fünfköpfigen Direktoriums. Bonapartes Staatsstreich (1799) stürzte das Direktorium und beendete die Französische Revolution.
Direkte außenpolitische Folgen der Französchen Revolution waren die militärische Auseinandersetzungen mit den alten europäischen Feudalmächten. Koalitionskriege.
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