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LEXIKON

Bogdanovich

[
bɔgˈdænowitʃ
]
Peter, US-amerikanischer Filmregisseur, * 30. 7. 1939 Kingston, N. Y.; dreht Filme, die Anspielungen an Filmklassiker enthalten, u. a. „Die letzte Vorstellung“ 1971; „Is was, Doc?“ 1972; „Paper Moon“ 1973; „Texasville“ 1990; „The thing called love“ 1993.
  • Deutscher Titel: Is„ was, Doc?
  • Original-Titel: WHAT„S UP, DOC?
  • Land: USA
  • Jahr: 1972
  • Regie: Peter Bogdanovich
  • Drehbuch: Buck Henry, David Newman, Robert Benton
  • Kamera: Laszlo Kovacs
  • Schauspieler: Barbra Streisand, Ryan O„Neal, Kenneth Mars, Madeline Kahn, Austin Pendleton
Mit »Is„ was, Doc?« gelingt es Peter Bogdanovich, die Screwball-Komödie der 30er Jahre wiederzubeleben.
Seine Protagonistin ist die temperamentvolle junge Studentin Judy Maxwell (Barbra Streisand), deren Mundwerk nicht stillsteht und die manchmal recht vulgär sein kann. Auf einem Kongress lernt sie den etwas unbeholfenen Musikwissenschaftler (Ryan O„Neal) kennen, der sich von ihrer exzentrischen Art zugleich angezogen und verunsichert fühlt. Sehr zum Leidwesen seiner Freundin (Madeline Kahn) erlebt er zusammen mit Judy unfreiwillig turbulente Situationen. Der spritzige Film mündet irgendwo zwischen Krimi und Liebesgeschichte in eine wahnwitzige Verfolgungsjagd.
»Is, was, Doc?« lebt von ausgefallenen Typen, symathisch-verrückten Helden, einem über alle Maßen respektlosen Humor und einer vollkommen überdrehten Handlung eine Mischung, die schon in den krisengeschüttelten 30er Jahren als ausgelassene Unterhaltung willkommen war. Der große Erfolg von Bogdanovichs Film liegt sicher auch darin, dass er sich eng an eine der besten Screwball-Komödien anlehnt, die jemals entstanden sind: »Leoparden küsst man nichte« (1938) mit Katharine Hepburn und Cary
Gran
t.
Neben Bogdanovich versuchen in den 70er Jahren auch andere Regisseure, das Genre neu zu beleben, so z.B. Peter Yates mit »Bei mir liegst du richtig« (1974) an die Qualität von »Is„ was, Doc?« reichen sie jedoch nicht heran.
  • Deutscher Titel: Paper Moon
  • Original-Titel: PAPER MOON
  • Land: USA
  • Jahr: 1972
  • Regie: Peter Bogdanovich
  • Drehbuch: Alvin Sargent, nach einem Roman von Joe David Brown
  • Kamera: Laszlo Kovacs
  • Schauspieler: Ryan O„Neal, Tatum O„Neal, Madeline Kahn
  • Auszeichnungen: Oscar 1974 für Nebendarstellerin (Tatum O„Neal)
Die krisenreichen 30er Jahre geben der Story ihren atmosphärisch dichten Hintergrund. Auf der Beerdigung ihrer Mutter trifft die kleine Addie (Tatum O„Neal) den mit allerlei Tricks arbeitenden Bibelverkäufer Moses Pray (Ryan O„Neal), den sie für ihren Vater hält. Eigentlich soll Moses das Mädchen nur bei einer Tante abliefern, doch zu seinem Leidwesen wird er das kratzbürstige Kind nicht mehr los. Nach dem anfänglichen Widerwillen merkt Moses aber recht bald, dass ihm Addie bei seinen Betrügereien zunehmend nützlich wird.
Der Schwarzweiß-Film ist gespickt mit Zitaten aus Hollywood-Klassikern, die Bogdanovichs Verehrung insbesondere für John Ford und Howard Hawks deutlich werden lassen.
Tatum O„Neal eifert ihrem Vater Ryan nach sie ist eindeutig der Star in der nostalgischen Komödie, gewinnt im Alter von gerade zehn Jahren als beste Nebendarstellerin den Oscar und schlägt damit die 13-jährige Mitkonkurrentin Linda Blair aus dem Rennen, die für ihre Darstellung in »Der Exorzist« (1973) nominiert war.
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