Lexikon

Getriebe

Kraftwagen
Kraftwagen
Getriebe und Differenzial
Vorrichtung zur Kopplung und Umwandlung von Bewegungen und Energien beliebiger Art. Die in das Getriebe eingeleitete Bewegung kann drehend oder schiebend (hin- und hergehend) sein und mit gleichen, verschiedenen, gleich- oder ungleichförmigen oder aussetzenden Bewegungsverhältnissen abgeleitet werden. Die vielfältigen Ausführungsformen lassen sich etwa folgendermaßen ordnen:
1. Räder-Getriebe
zur Umwandlung von einer Drehbewegung in eine andere: Vorgelegegetriebe bestehen aus mehreren (drei bis sechs und mehr) Zahnradpaaren, die sich durch verschiedene Übersetzung voneinander unterscheiden und wechselweise mit Hilfe von Schaltkuppelmitteln eingeschaltet werden. Die Übersetzungsstufen werden als Gänge bezeichnet. Durch ein weiteres Zahnradpaar und ein Umkehrrad wird ferner (abgesehen von Einspurfahrzeugen) die Rückwärtsfahrt möglich gemacht (Rückwärtsgang). Um Laufruhe zu erzielen, bleiben bei modernen Getrieben die Zahnradpaare ständig im Eingriff; die nicht benutzten laufen dabei leer. Einfache Schaltkuppelmittel sind z. B. Klauenkupplungen oder auch die Verschiebbarkeit eines der beiden Zahnräder des Paares (heute fast völlig aufgegeben). Um den Gangwechsel zu erleichtern (Schalterleichterung), werden Gleichlaufeinrichtungen (Synchronisation) verwendet. Sie sorgen dafür, dass die Teile der Klauenkupplung vor dem Einrücken auf gleiche Drehzahl gebracht werden. Bei der sog. Sperrsynchronisation sorgt ein Sperrglied dafür, dass ein Einrücken ohne Gleichlauf überhaupt unmöglich ist.
Der gewünschte Gang wird bei den meisten Zahnradvorgelegegetrieben unmittelbar vom Fahrer eingeschaltet, wozu der Schalthebel dient, der über Schaltlineare mit den Schaltklauen in Verbindung steht. Bei Krafträdern ist Fußbetätigung (Fußschaltung) verbreitet. Bei Vorwählschaltungen stellt der Fahrer mit einem (meist kleinen, leicht zu betätigenden) Hebel den gewünschten Gang ein, der dann erst später, z. B. durch Gaswegnehmen und Gasgeben, wirklich eingerückt wird.
2. Hydraulische Getriebe
(Föttinger-Getriebe) sind ähnlich gebaut wie die hydraulische Kupplung, doch befindet sich zwischen Pumpen- und Turbinenteil noch ein fest stehendes Leitrad. Dadurch ist eine Übersetzung möglich, die in gewissen Bereichen, allerdings unter Einbuße an Wirkungsgrad, veränderlich ist. In diesem Bereich ist die Änderung der Übersetzung stufenlos. Der hydraulische Drehmomentwandler kann ein mehrstufiges Zahnradwechselgetriebe nicht ersetzen, weshalb er meist zusammen mit einem solchen mechanischen Getriebe verwendet wird. Bei Diesellokomotiven und -triebwagen werden mehrere hydraulische Wandler verschiedener Übersetzung nebeneinander angeordnet und wechselweise betrieben.
3. Hydrostatische Getriebe
haben eine (Zahnrad- oder Kolben-)Pumpe, die durch Leitungen mit einem oder mehreren ähnlich gebauten Motoren verbunden ist.
4. Umschlingungs-Getriebe
sind eine weitere Bauart für stufenlose Übersetzungsänderung bei leichten Fahrzeugen (Reibgetriebe).
5. Schraub-Getriebe
zur Umwandlung einer Dreh- in eine Schubbewegung längs zur Achse finden z. B. bei der Leitspindel der Drehbank Anwendung.
6. Koppel-Getriebe
aus mindestens vier durch ebenso viel Gelenke verbundenen, in einer Ebene oder im Raum angeordneten Stäben werden für die verschiedensten Bewegungsumwandlungen, besonders von Dreh- in Schubbewegung mit meist ungleichförmiger Geschwindigkeit verwendet. Hierzu gehören z. B. der Kurbeltrieb, die Kurbelschleife, Lenkergetriebe (Ellipsen-, Lemniskaten-, Konchoidenlenker u. a.), Rastgetriebe, Storchschnabel u. a.
7. Aussetz-Getriebe
werden für aussetzende Bewegungen genutzt, z. B. das Malteserkreuz-Getriebe für die Umwandlung von Dreh- in Schubbewegung und das Sperrgetriebe zur Umwandlung von Schub- in Drehbewegung. Differenzial.

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