Lexikon
Graf
Oskar Maria, deutscher Schriftsteller, * 22. 7. 1894 Berg, † 28. 6. 1967 New York; emigrierte 1933, lebte ab 1938 in New York; schrieb atmosphärisch dichte bayerische Bauernromane und -novellen; ein urwüchsiges Erzähltalent, das die Dorf- und Stadtwelt weniger idyllisch als sozialkritisch schilderte: „Das bayrische Dekameron“ 1927, 1959; „Kalendergeschichten“ 1929, 1957; „Der große Bauernspiegel“ 1962; Autobiografisches: „Wir sind Gefangene“ 1927; „Gelächter von außen. 1918–1933“ 1966.
- Erscheinungsjahr: 1927
- Veröffentlicht: Deutsches Reich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Wir sind Gefangene. Ein Bekenntnis aus diesem Jahrzehnt
- Genre: Autobiografie
Der sozialistisch-pazifistische Erzähler Oskar Maria Graf (* 1894, † 1967) liefert in seiner im Drei Masken-Verlag in München erschienenen Autobiografie »Wir sind Gefangene« eine kritische Darstellung seiner Erfahrungen als Bäckergeselle, Vagabund und 1919er Revolutionär in München und begründet damit seinen Ruf als realistischer Erzähler. Graf schildert seinen Weg vom anarchistischen Wirrkopf zum revolutionären Kämpfer. Die Zeit der Münchner Räterepublik, nach deren Zerschlagung er verhaftet wurde, lehrte ihn die Notwendigkeit unablässigen Kampfes für eine bessere Welt, in der die einfachen Menschen nicht mehr »Gefangene« sind. – Das Buch findet ungewöhnlich große Resonanz. Maxim Gorki, Hugo von Hofmannsthal, die Brüder Mann, Romain Rolland u. a. würdigen es – so Graf im Vorwort zur Neuausgabe – in »begeisterten, eingehenden Äußerungen«, während der Rezensent Adolf Hitler dem Verfasser den Galgen prophezeit. 1933 verlässt Graf Deutschland.
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