Lexikon

Hácha

[
ˈha:xa
]
Hácha, Emil
Emil Hácha
Emil, tschechoslowakischer Politiker, * 12. 7. 1872 Schweinitz, Böhmen,  27. 6. 1945 Prag (im Gefängnis); Jurist, 19251938 Präsident des Obersten Verwaltungsgerichts; 1938 Staatspräsident, im März 1939 von Hitler zur Annahme des Protektoratsabkommens gezwungen;
Untergang der Tschechoslowakei
Untergang der Tschechoslowakei
Der Führer des Dritten Reiches, Adolf Hitler, empfing den Präsidenten der Tschechoslowakei, Emil Hácha, am 15. März 1939 und informierte ihn zynisch über das bevorstehende Ende seines Landes (Auszug aus dem Protokoll):

So sind bei mir am letzten Sonntag die Würfel gefallen... Wir stünden nun vor dieser Sachlage, und er habe den Befehl gegeben zum Einmarsch der deutschen Truppen und der Eingliederung der Tschechoslowakei ins Deutsche Reich ... Es gebe zwei Möglichkeiten. Die Erste sei die, dass sich das Einrücken der deutschen Truppen zu einem Kampf entwickelt. Dann wird der Widerstand mit allen Mitteln mit Brachialgewalt gebrochen. Die andere ist die, dass sich der Einmarsch der deutschen Truppen in erträglicher Form abspiele, dann würde es dem Führer leicht, bei der Neugestaltung des tschechischen Lebens der Tschechoslowakei ein großzügiges Eigenleben, eine Autonomie und eine gewisse nationale Freiheit zu geben ...

Um 6 Uhr würden die Truppen einmarschieren ...
Hácha sagt, dass für ihn die Situation völlig klar und dass hier jeder Widerstand sinnlos sei ...
Der Führer sagt, dass sein Entschluss unwiderruflich sei. Man wisse ja, was ein Entschluss des Führers bedeute...
(In der Verhandlungspause nach einem Schwächeanfall telefonierte Hácha nach Prag und erteilte den Befehl, dem deutschen Einmarsch keinen Widerstand entgegenzusetzen.)
19391945 einflussloser Präsident der „autonomen Verwaltung“ des „Protektorats Böhmen und Mähren“.
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