Lexikon
Heiliger Geist
nach der christlichen Lehre die dritte Person der Dreieinigkeit; die christliche Lehre vom Heiligen Geist entstand erst in nachneutestamentlicher Zeit. Hier haben auch die spekulativen Reflexionen über das Verhältnis des Heiligen Geistes zu Gott und zu Jesus Christus, über seine Materialität oder Immaterialität, seine Personalität oder Impersonalität ihren Ort. Diese Spekulationen sind zeitgebundene Versuche, das in der Verkündigung der Kirche Erfahrene als Gottes Tat zu charakterisieren. Als Wirkungen des Geistes gelten in der christlichen Lehre der Glaube, die Liebe und die Hoffnung, die im Werk des Geistes, d. h. in der Verkündigung des in Christus erschienenen Heils, gründen. Diese Verkündigung geschieht in Wort und Sakrament. Als Werk des Geistes gilt auch die Kirche, in der die Verkündigung von der Rechtfertigung des Verlorenen und Schuldigen ihren Ort hat. Als „Geburtstag“ des Heiligen Geistes gilt in der christlichen Tradition Pfingsten (Apostelgeschichte nach Lukas 2), das den Beginn der Mission ebenso charakterisiert wie die Begabung der Jünger mit Mut zum Bekenntnis, zum Leiden und zur Liebe. Unter Heiligem Geist begreift die Theologie auch die Möglichkeit der Kirche, das Evangelium von Christus in jeder Situation neu auszulegen.
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