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LEXIKON

Homr

Homeros

Die „Ilias“ und die „Odyssee“

Historisch gesehen schildert Homer in seinen Epen in dichterischer Überhöhung die archaische Adelswelt und ihre gesellschaftlichen Normen. Besonders aber wurde das Bild der olympischen Götter durch seine Werke geprägt. Die reichhaltige Motivik stammt von mündlich überlieferten, fiktiven Erzählungen, die bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen und wahrscheinlich von reisenden Sängern an den Adels- und Königshöfen vorgetragen wurden. Beide Epen sind in einer Kunstsprache, die aus verschiedenen Dialekten, formelhaften Wendungen und Wiederholungen besteht, verfasst. Ihr Versmaß ist der Hexameter. Da die Sprache der „Ilias“ reicher an altertümlichen Wendungen und Worten ist, entstand sie vermutlich vor der „Odyssee“.
Die geschichtliche Grundlage der aus ca. 16 000 Versen bestehenden „Ilias“ ist der Trojanische Krieg um 1200 v. Chr. Jedoch liefert das Epos keine Erzählung des ganzen Krieges, sondern stellt als Kernthema den Zorn des griechischen Helden Achill, die Einflussnahme der Götter sowie den Fall Trojas dar. Mit vielen Nebenhandlungen ausgeschmückt, hebt Homer die entscheidenden Abschnitte (insgesamt 51 Tage) des 10-jährigen Kampfes um Troja heraus. Die „Odyssee“ erzählt in etwa 12 000 Versen vom Schicksal des Odysseus nach Beendigung des Trojanisches Krieges, von seiner 10-jährigen Irrfahrt und seiner Heimkehr nach Ithaka. Die Erzählung, die stärker abenteuerliche und märchenhafte Elemente aufweist, umfasst 40 Tage und ist durch Einschübe, Rückblenden und zahlreiche Schauplatzwechsel kunstvoll komponiert.
  1. Einleitung
  2. Wer war Homer?
  3. Die „Ilias“ und die „Odyssee“
  4. Der Weg der Epen
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