Lexikon

Impressionịsmus

[
lateinisch
]

Literatur

Der literarische Impressionismus ist eine Richtung innerhalb der Literatur um 1900, die ihr Vorbild in der impressionistischen Malerei hat. Als Gegenbewegung zum Naturalismus rückt er von der Darstellung äußerer Handlung, besonders von politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeiten ab und wendet sich der Beschreibung flüchtiger Augenblicke, individueller Seelenzustände und zufälliger Stimmungen zu. Sprachlich geschieht dies durch die Zurückdrängung traditioneller kompositorischer und syntaktischer Formen sowie durch eine Hinwendung zu Stilmitteln und Erzähltechniken (u. a. Lautmalerei, Synästhesie, innerer Monolog), die Augenblicksempfindungen und Bewusstseinszustände bildhaft wiedergeben. Der literarische Impressionismus bevorzugt die Kurzform: Lyrik, lyrische Einakter, Szenenfolgen u. Prosaskizzen. Als Vorläufer gelten C. Baudelaire und P. Verlaine; bedeutende Vertreter waren ferner M. Maeterlinck (Belgien), O. Wilde (England), G. d'Annunzio (Italien), A. Tschechow (Russland). Führende deutschsprachige Impressionisten waren D. von Liliencron, P. Altenberg, P. Hille, A. Schnitzler, M. Dauthendey, R. Dehmel, der junge H. von Hofmannsthal und der junge R. M. Rilke.
  1. Einleitung
  2. Bildende Kunst
  3. Literatur
  4. Musik
  5. Philosophie
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