Lexikon
Impressionịsmus
[
lateinisch
]Literatur
Der literarische Impressionismus ist eine Richtung innerhalb der Literatur um 1900, die ihr Vorbild in der impressionistischen Malerei hat. Als Gegenbewegung zum Naturalismus rückt er von der Darstellung äußerer Handlung, besonders von politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeiten ab und wendet sich der Beschreibung flüchtiger Augenblicke, individueller Seelenzustände und zufälliger Stimmungen zu. Sprachlich geschieht dies durch die Zurückdrängung traditioneller kompositorischer und syntaktischer Formen sowie durch eine Hinwendung zu Stilmitteln und Erzähltechniken (u. a. Lautmalerei, Synästhesie, innerer Monolog), die Augenblicksempfindungen und Bewusstseinszustände bildhaft wiedergeben. Der literarische Impressionismus bevorzugt die Kurzform: Lyrik, lyrische Einakter, Szenenfolgen u. Prosaskizzen. Als Vorläufer gelten C. Baudelaire und P. Verlaine; bedeutende Vertreter waren ferner M. Maeterlinck (Belgien), O. Wilde (England), G. d'Annunzio (Italien), A. Tschechow (Russland). Führende deutschsprachige Impressionisten waren D. von Liliencron, P. Altenberg, P. Hille, A. Schnitzler, M. Dauthendey, R. Dehmel, der junge H. von Hofmannsthal und der junge R. M. Rilke.
Wissenschaft
Exzellent oder nicht?
Man kann schauen, wohin man will: In der deutschen Wissenschaftslandschaft ist „Exzellenz“ nirgendwo weit – jedenfalls dem Namen nach. Vor allem die Exzellenzinitiativen und -strategien des Bundes und der Länder haben den Begriff weit gestreut. Aber auch andere Fördermaßnahmen schmücken sich inzwischen zunehmend mit der Phrase,...
Wissenschaft
Klimawandel im Rückspiegel
Ein Blick in die Vergangenheit könnte helfen, die aktuelle Klimakrise zu meistern. Wie sind frühere Kulturen mit Klimasprüngen umgegangen? Archäologen und Paläo-Klimatologen können dazu wichtige Erkenntnisse beisteuern. von ROLF HEßBRÜGGE Das Thema des internationalen Spitzentreffens im September 2021 verblüfft auf den ersten...