Lexikon
Inoffizieller Mitarbeiter
Abkürzung IM; Bezeichnung innerhalb des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR für solche Personen, die zur konspirativen Informationsgewinnung verpflichtet wurden, ohne formal dem MfS anzugehören. Neben der politischen Überzeugung basierte das Verpflichtungsverhältnis auf materiellem Interesse bzw. auf Erpressung durch die Staatssicherheit.
Inoffizielle Mitarbeiter zur Überwachung des gesamten staatlichen und gesellschaftlichen Lebens wurden in der DDR seit den 1950er Jahren eingesetzt, zunächst unter der Bezeichnung Geheime Informatoren (GI) bzw. Geheime Mitarbeiter (GM). Die Richtlinie Nr. 1/79 des Mfs definierte verschiedene Kategorien von Inoffiziellen Mitarbeitern, z. B. den IM zur politisch-operativen Durchdringung und Sicherung des Verantwortungsbereiches (IMS), der aus Betrieben oder gesellschaftlichen Einrichtungen Informationen liefern sollte. Als Gesellschaftliche Mitarbeiter Sicherheit (GMS) wurden solche Personen bezeichnet, die aus einer systemloyalen Haltung heraus Informationen an die Staatssicherheit lieferten und oft in führenden Positionen tätig waren. Auch für die sog. Westarbeit des MfS, die konspirative Tätigkeit in der Bundesrepublik Deutschland, wurden Inoffizielle Mitarbeiter eingesetzt.
Die DDR-Staatssicherheit setzte nach heutigen Erkenntnissen während ihres Bestehens mindestens 600 000 Personen als Inoffizielle Mitarbeiter ein, die durch ihre Tätigkeit wesentlich zum Erhalt des Unterdrückungssystems beitrugen.
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