Lexikon
Island
Der unabhängige Staat
1918 erlangte Island den Status eines selbstständigen Königreichs, in Personalunion mit Dänemark verbunden. 1944 wurde die politische Verbindung mit Dänemark gelöst und Island unabhängige Republik. 1949 trat es der NATO bei und schloss 1951 ein – innenpolitisch bis heute umstrittenes – Verteidigungsabkommen mit den USA. Einigkeit herrschte hingegen 1972 bei der Ausweitung der Hoheitsgewässer auf 200 Seemeilen, mit denen das Land seine Fanggründe vor Überfischung schützen wollte. Die Maßnahme löste den sog. Kabeljaukrieg mit Großbritannien aus und belastete zeitweise das Verhältnis zur EG. 1993 ratifizierte das Parlament den Vertrag über die Bildung eines Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). 1996 wurde der Sozialdemokrat Ólafur Ragnar Grímsson Staatspräsident. 2001 trat Island dem Schengener Abkommen bei. Die weltweite Finanzkrise führte 2008 zum Kollaps des isländischen Bankensystems. Nach wochenlangen Protesten gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung zerbrach im Januar 2009 die von Geir Hilmar Haarde (Unabhängigkeitspartei) geführte große Koalition mit den Sozialdemokraten. Die Sozialdemokratin Jóhanna Sigurdardóttir wurde neue Ministerpräsidentin an der Spitze eines rot-grünen Übergangskabinetts. Bei vorgezogenen Parlamentswahlen im April 2009 wurde die rot-grüne Regierung von den Wählern im Amt bestätigt. Am 23. 7. 2009 stellte IIsland ein Beitrittsgesuch an die EU. Am 20. 10. 2012 wurde eine konsultative Volksabstimmung über einen Entwurf für eine neue Verfassung abgehalten, der u. a. die Abschaffung der Staatskirche, eine Reform des Wahlrechts, die Übergabe der Energiequellen in unveräußerliches Volkseigentum und die Neuordnung der Fischereiquoten beinhaltete. Rd. 67 % der Stimmberechtigten befürworteten diesen Entwurf, über den jedoch im Althing nicht abgestimmt wurde. Die regierenden Sozialdemokraten und Linksgrünen erlitten bei den Parlamentswahlen am 27. 4. 2013 schwere Verluste. Wahlsieger wurden die EU-kritischen Parteien der rechten Mitte. Die Unabhängigkeitspartei konnte 26,7 % der Stimmen auf sich vereinigen und gewann 19 Mandate (2009: 23,7 % und 16 Sitze). Auf 24,4 % der Stimmen und ebenfalls 19 Sitze kam die Fortschrittspartei (2009: 14,8 % und 9 Sitze). Die beiden Parteien bildeten eine Koalitionsregierung unter Führung von S. D. Gunnlaugsson, dem Vorsitzenden der Fortschrittspartei, der am 23. 5. 2013 als neuer Ministerpräsident vereidigt wurde.
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