Lexikon
Jugoslạwien
Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen
Der Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 machte den Weg frei zur Vereinigung der Kroaten, Slowenen und Serben (unter Einschluss Montenegros) in einem gemeinsamen Staat. In der Deklaration von Korfu vom 20. 7. 1917 hatten N. Pašić seitens der serbischen Regierung und der Vorsitzende des Jugoslawischen Komitees in London, der Kroate A. Trumbić, sich auf die Grundzüge der künftigen politischen Neuorganisation der südslawischen Völker auf der Basis der Gleichberechtigung geeinigt. Bereits vorher hatten Vereinigungsbestrebungen in zwei Richtungen bestanden: einerseits Vereinigung der Südslawen unter kroatischer Führung innerhalb Österreich-Ungarns nach staatlicher Auflösung Serbiens, andererseits die großserbische Richtung, d. h. Einigung durch Anschluss an Serbien nach Ausscheiden aus der Doppelmonarchie oder nach deren Zerfall. Der neue Staat (1. 12. 1918 proklamiert als Königreich der Serben, Kroaten u. Slowenen) wurde durch den Gegensatz dieser beiden Bestrebungen belastet. Komplizierend wirkte die Zugehörigkeit der Südslawen zu verschiedenen Konfessionen. Erster König war Peter I. Karadjordjević. In den Pariser Vorortverträgen wurden dem neuen Staat die südliche Steiermark, die Vojvodina sowie westbulgarische und makedonische Gebiete zugeschlagen. Istrien und der Hafen von Fiume fielen allerdings an Italien.
Die großserbische Bewegung erstrebte den Einheitsstaat unter serbischer Führung, die Kroaten insbesondere wollten einen dreigeteilten Bundesstaat. Die mit knapper serbischer Mehrheit 1921 durchgesetzte Verfassung verknüpfte das unitaristische Prinzip mit einer zentralistischen Verwaltungsgliederung (33 Verwaltungsbezirke, in denen zumeist die serbische Bevölkerung in der Mehrheit war). Aus Protest gegen die politische Dominanz der Serben boykottierte die kroatische Bauernpartei unter Führung von S. Radić bis 1924 die Parlamentsarbeit. Die sich zuspitzenden nationalen Gegensätze wurden durch ausgeprägte regionale Entwicklungsunterschiede verschärft. 1928 fiel Radić einem Anschlag im Belgrader Parlament zum Opfer. Erneut zog sich die Bauernpartei von der Mitarbeit in der Volksvertretung zurück.
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