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LEXIKON

Kreide: Oberkreide

Vor 9766 Mio. Jahren: Die Oberkreide

Um 97 Mio.

Weltweit setzt eine Phase der Granitisation, d.h. einer Granitbildung durch Gesteinsumwandlung, ein, die bis heute anhält.
In der Tiefsee beginnt die Entstehung eines neuen Lagerstättentyps. Es bilden sich so genannte Manganknollen, die reich an Mangan, Eisen, Nickel, Kupfer und Kobalt sind.
Die tektonischen Verhältnisse beginnen (wie schon im Mittelproterozoikum, 17001100 Mio.) die Entstehung von Titanlagerstätten zu begünstigen.

9783 Mio.

Am Mount Libanon bei Beirut fossilisieren zuerst in kalkigen, später in ausgeprägt kreidigen Sedimenten verschiedene Meerestiere.

9770 Mio.

Es herrscht eine geomagnetische Periode, in der die Lage der Erdmagnetpole meist der heutigen entspricht.

9760 Mio.

In vielen Gebieten der Welt falten sich große Gebirgssysteme auf. Dies geschieht in mehreren Phasen: Der austrischen (um 97 Mio.), der subherzynischen (um 8780 Mio.) und der laramischen (um 6760 Mio.).
In Kreidesedimenten, die vor allem im nördlichen Europa reichlich anfallen, werden lagenweise Feuersteinknollen (Flint) als Kieselausscheidungen aufgebaut.
Im Einzeller-Stamm Monadophyta lassen sich erstmals fossil verkieselte Organismen der Gattung Archaeomonas nachweisen.
Unter den einkeimblättrigen Bedecktsamern erscheinen erstmals sowohl Süßgräser (Gramineae) wie auch Sauer- oder Riedgräser (Cyperaceae). Damit entstehen, zunächst in Feuchträumen, die ersten Wiesen.
In Binnengewässern entwickeln sich zahlreiche Arten von im Wasser lebenden (ganz oder teilweise untergetauchten) krautigen Bedecktsamern, u.a. Froschlöffel- und Seerosengewächse. Eigentümliche kleine Wasserfarne (Hydropterides) sehr unterschiedlicher Familien wachsen ebenfalls in den Binnengewässern.
In Mittel- und Osteuropa, Grönland, Nordamerika, Nordafrika, Indien usw. sind erstmals Palmen weit verbreitet. Sie zählen zu den Einkeimblättrigen unter den Bedecktsamern.
In der Sahara stocken ausgedehnte Wälder. Ihr Holz bleibt z.T. verkieselt erhalten, darunter erste Muskatnuss-Bäume. Eines der bedeutendsten Fossilholz-Vorkommen entsteht im algerischen Tidikelt.
In Nordamerika und Grönland erscheinen erste Geißblattgewächse. Sie sind durch die Gattungen Schneeball (Viburnum) und Geißblatt (Lonicera) vertreten.
Auf allen Kontinenten treten in großer Artenzahl Laubbäume auf, darunter bereits so moderne Gruppen wie die Ahorne, Buchsbaumgewächse, Ölbäume, Birken, Buchen, Eichen, Eukalypten, Platanen, Robinien oder Aralien. Mit ihrem Erscheinen kommt es zur ersten Ausbreitung von Laub- und Nadel-Laub-Mischwäldern.
In den bedeutenden Wüstengebieten Nordamerikas, dem Great Basin und der Mohave-Wüste, herrscht ausgeprägt feuchtwarmes Klima. Hier gedeiht eine artenreiche tropische Baumvegetation.
Mit zahlreichen Arten erscheinen geographisch weit verbreitet holzige Sträucher, darunter Oleander, Immergrün, Erika- und Rhododendronarten, Rebengewächse, Brom-, Erd- und Himbeeren, Pfeffersträucher, Lorbeer, Efeu und Proteas.
Die ersten Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) entwickeln sich sowohl in den Tropen und Subtropen als auch den gemäßigten bis kühlen Klimazonen der Erde.
Unter den relativ wenigen aus dieser Zeit belegbaren krautigen Stauden finden sich Schmetterlingsblütler (Leguminosen-Unterfamilie) und Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae). Besonders häufig wachsen einkeimblättrige Arten wie Lilien, Kalmus, Canna und Sumpfliliengewächse (Heliobae). Daneben sind Doldengewächse (Umbelliferae) vertreten.
Bei Aix-en-Provence in Südfrankreich versteinern in der so genannten Rogniacien-Formation ganze Gelege verschiedener Dinosaurier der Gruppe Saurischia.
Nach wenigen Vorläufern in der vorausgehenden Unterkreide setzt in dieser Zeit die Hauptverbreitung der Zahnvögel (Odontornithes) ein. Sie bilden z.T. große Kolonien an den Meeresküsten bzw. auf Vogelinseln.
Unter den Schwanzlurchen (Urodela) treten zahlreiche neue Formen auf, aus denen die meisten modernen Salamander und Lurche hervorgehen.
Mit der Säugetierordnung Leptictida erscheinen erste, spitzmausähnliche Insektenfresser (Insectivora). Von ihnen leiten sich sowohl die Raubtiere als auch die ganze Ordnung der Primaten (Herrentiere) ab.
Unter den Echsen (Lacertilia) erscheinen als Großformen die Warane (Varanidae). Sie gehören mit Exemplaren von mehreren Metern Länge auch noch heute zu den größten aller Landechsen und leben meist in Wassernähe.
Gigantische Meeresechsen (Mosasauria) sind vor den Küsten Nordamerikas und Europas verbreitet. Diese Großechsen treten die Nachfolge der Meereskrokodile an und bevölkern ausschließlich in der Oberkreide die Meere Europas und Nordamerikas.
Die Meeresschildkröten treten mit Riesenformen der Familie Protostegidae erstmals in Erscheinung.
Unter den Pflanzen fressenden Dinosauriern sind Entenschnabel-Dinosaurier (Hadrosauridae), Horndinosaurier (Ceratopia) und die schwer gepanzerten Stegosauria verbreitet.

8983 Mio.

In Nordamerika (USA) sedimentiert die so genannte Niobrara-Formation aus kalkigen und tonigen Meeressedimenten. In ihr fossilisieren neben verschiedenen Wirbellosen zahlreiche Wirbeltierarten, besonders Meeresbewohner und Zahnvögel.

8366 Mio.

Im Zentrum des Münsterländer Kreidebeckens fossilisieren in sandigen Kalksteinen und Mergelsandsteinen zahlreiche Meerestiere, darunter besonders Fische und die größten bekannten Ammoniten.

Um 80 Mio.

In Nordamerika lebt ein großer Flugsaurier (Pteranodon ingens) mit etwa 8 m Flügelspannweite.

8070 Mio.

Im Gebiet der heutigen Wüste Gobi lebt ein kleines, systematisch schwer einzuordnendes Säugetier. Bei diesem so genannten Deltatheridium pretrituberculare scheint es sich um einen Inselktenfresser mit ersten Raubtiermerkmalen zu handeln.

8066 Mio.

Die größten aller Fleischfresser (bis 15 m) sind durch die Tyrannosaurier vertreten.

7666 Mio.

Verschiedene kontinentale Sedimentformationen bilden sich in Flussgebieten Kanadas. Hierbei wird in der Oldman-Formation und der St.-Mary-River-Formation eine beachtliche Vielfalt von Dinosaurier-Überresten fossil erhalten. Im US-amerikanischen Bundesstaat Wyoming bleiben in Sedimenten ebenfalls zahlreiche Dinosaurierarten konserviert.

Um 66 Mio.

Einem großen Artensterben unter den Tieren (Faunenschnitt) fallen die letzten Dinosaurier, verschiedene Kopffüßerordnungen (darunter Ammoniten und Belemniten), die Muschelgruppen der Inoceramen und Rudisten u.a. typische Tiergruppen des Mesozoikums zum Opfer.
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