Lexikon
Lithographie
[
Steindruckdie; griechisch
]ein Flachdruckverfahren: eine Technik der künstlerischen Grafik und gewerblichen Reproduktion, bei der die zu reproduzierende Darstellung einer Steinplatte (Solnhofer Kalkstein, der die Eigenschaft hat, Wasser und Fett einzusaugen) mit fetthaltiger lithographischer Tusche oder Kreide aufgezeichnet wird. Die Platte wird dann mit Säure bestrichen; diese Ätzung verschließt die Poren des Steins, so dass die Fettfarbe nur an der zuvor mit Fettsubstanz hergestellten Zeichnung haftet. Die Verwendung von mehreren Farben ermöglicht die Farblithographie (Chromolithographie).
Zur Vervielfältigung von Texten 1798 von A. Senefelder in München erfunden, wurde die Lithographie besonders erfolgreich von A. von Menzel künstlerisch gehandhabt. Eine große Rolle spielte die Lithographie in der Folgezeit als Buchillustration, in Deutschland besonders ausgeübt von M. Liebermann, L. Corinth und M. Slevogt, in England von J. Whistler und C. Shannon. Zu weiter Verbreitung und bedeutender künstlerischer Wirkung wurde die Lithographietechnik im 19. Jahrhundert in Frankreich geführt (T. Géricault, E. Delacroix, H. Daumier). Die Impressionisten wussten vor allem die Ausdrucksmöglichkeiten der Farblithographie zu nutzen (E. Degas, P. Cézanne, A. Renoir, P. Signac), die bei H. de Toulouse-Lautrec vielfach als Plakate Verwendung fand. Von bekannten Künstlern des 20. Jahrhunderts sind u. a. E. Munch, P. Picasso, G. Braque, die Maler der Brücke sowie O. Kokoschka und O. Dix als Meister der Lithographie hervorgetreten.
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