Lexikon
ökumẹnische Bewegung
Einigungsbewegung innerhalb der christlichen Kirchen im 20. Jahrhundert zur Überwindung der historisch gewachsenen konfessionellen Trennung des Christentums. Voraus gingen internationale christliche Zusammenschlüsse (Evangelische Allianz 1845, Weltbund der YMCA 1855, Christlicher Studentenweltbund 1895); 1910 fand die Internationale Missionskonferenz in Edinburgh statt. Mit der Gründung des „Weltbunds für Freundschaftsarbeit der Kirchen“ (1914) und der „Bewegung für Praktisches Christentum“ (1919) entstanden weitere übergeordnete Initiativen, die 1925 auf Anregung des schwedischen Erzbischofs N. Söderblom und des US-amerikanischen Bischofs C. H. Brent zur 1. Weltkirchenkonferenz in Stockholm führten. 1927 schloss sich die 1. Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung in Lausanne an; 1929 wurde der Ökumenische Rat für Praktisches Christentum ins Leben gerufen, der als Vorläufer des 1948 in Amsterdam gegründeten Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) gilt.
ökumenische Bewegung
Deutsche Delegation
Die deutsche Delegation der Weltkonferenz der »Bewegung für praktisches Christentum« 1925 in Stockholm.
© wissenmedia
Wichtige Zeugnisse des ökumenischen Dialogs sind u. a. die „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung“ (1999) von Lutheranern und Katholiken sowie die „Charta Oecumenica“ (2001). Daneben findet der ökumenische Dialog inzwischen auf vielen anderen Ebenen statt; so u. a. auf den Europäischen Ökumenischen Versammlungen, in Deutschland auf dem Ökumenischen Kirchentag (erstmals 2003) oder in zahlreichen zwischengemeindlichen Veranstaltungen und Initiativen.
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