Lexikon
Schöffen
ehrenamtliche Richter der Strafgerichtsbarkeit, die als Laienrichter ohne juristische Vorbildung in der Hauptverhandlung des Strafprozesses als Beisitzer in voller richterlicher Unabhängigkeit und mit vollem Stimmrecht mitwirken und damit die Beteiligung des Volks an der Strafrechtspflege sicherstellen. Jeweils zwei Schöffen sind im Schöffengericht des Amtsgerichts tätig, bei den großen und kleinen Strafkammern und im Schwurgericht des Landgerichts. Die Hauptschöffen und die als Vertreter im Behinderungsfall vorgesehenen Hilfsschöffen werden aufgrund einer alle fünf Jahre von der Gemeinde aufgestellten Vorschlagsliste von einem Ausschuss, dem ein Richter des Amtsgerichts vorsitzt und ein Verwaltungsbeamter sowie zehn Vertrauenspersonen angehören, gewählt und in die Schöffenliste aufgenommen. Die Jugendschöffen für die Jugendgerichte und Jugendkammern werden auf Vorschlag des Jugendhilfeausschusses von dem Ausschuss gewählt. Frauen und Männer sollen in gleicher Zahl gewählt werden. Die Reihenfolge der Teilnahme der Schöffen an den Sitzungen wird durch das Los bestimmt. Die Schöffen werden beeidigt und haben Anspruch auf Entschädigung. Fernbleiben von der Sitzung ohne genügende Entschuldigung wird mit Ordnungsgeld und Verurteilung zu den Kosten geahndet.
In
Österreich
ist die Mitwirkung von Schöffen und Geschworenen an der Strafgerichtsbarkeit in Art. 91 Bundesverfassungsgesetz verankert. Die Schöffen üben wie in Deutschland das Richteramt in der Hauptverhandlung in vollem Umfang aus. Obwohl ihre Auswahl grundsätzlich nur für ein Kalenderjahr gilt, bleiben sie bei andauernder („fortgesetzter“) Hauptverhandlung auch über das Jahresende zuständig. – In der Schweiz
ist die Bezeichnung Schöffen ungebräuchlich, doch gibt es in zahlreichen Kantonen Laienrichter.
Wissenschaft
Warum die Erreger der Pest wiederholt ausstarben
Das Pestbakterium Yersinia pestis hat in den letzten Jahrtausenden immer wieder große Teile der Menschheit getötet. Möglich machte das offenbar ein einziges Gen im Erbgut des Pesterregers, mit dem sich die verschiedenen Stämme des Bakteriums über viele Jahrhunderte hinweg anpassen und überleben konnten, wie Forschende...
Wissenschaft
Wie Tiere ihre Muster bekommen
Ob Zebras, Tiger, Leoparden oder Kofferfische: Viele Tiere haben Muster, die so einzigartig sind wie unser Fingerabdruck. Schon der britische Mathematiker Alan Turing stellte 1952 Theorien dazu auf, wie diese unregelmäßigen Fell- und Haut-Färbungen entstehen. Doch Turings Ansätze konnten nicht erklären, warum die Streifen und...