Lexikon
schwedische Kunst
Baukunst
Der romanische Dom von Lund schließt an dänische Vorbilder an, während der seit 1270 errichtete Dom von Uppsala hauptsächlich von französischen Kirchenbauten des 13. Jahrhunderts beeinflusst ist. Im 14. und 15. Jahrhundert bestimmten die norddeutsche Backsteingotik und, besonders auf Gotland, die westfälische Hallenkirchen die schwedische Sakralarchitektur maßgeblich, in der als eigenständiger Sondertyp kleine Rundkirchen erschienen. Die Renaissance- und Barockarchitektur Schwedens orientierte sich an lombardischen Vorbildern, soweit nicht deutsche und niederländische Baumeister den Stil ihrer Heimat in Schweden weiterentwickelten. Erste größere Renaissancebauten des 16. Jahrhunderts sind die Schlösser Gripsholm, Vadstena und Kalmar. Durch holländische und französische Architekten vermittelt, wurde der palladianische Klassizismus im 17. Jahrhundert der Hauptstil repräsentativer Bauten (Schloss Drottningholm, 1662–1700), vertreten vor allem von Jean de la Vallée und N. Tessin dem Älteren, während N. Tessin der Jüngere sich zum italienischen Barock bekannte und den neuen Stil erfolgreich durchsetzte.
Dem Klassizismus folgten im 19. Jahrhundert Rückgriffe auf historische Stile. Erst Carl Bergsten überwand diese in die Vergangenheit gewandte Form, nachdem bereits um 1890 G. F. Boberg erste Schritte zu funktionaler Bauweise unternommen hatte. Die Verbindung zwischen traditionellem Backsteinbau und Gerüstkonstruktion suchte die um C. Westman und Erik Hahr gesammelte Architektengruppe des „nationalen Realismus“. G. Asplund u. a. setzten den an Le Corbusier, Mies van der Rohe u. a. geschulten Funktionalismus durch, der das Ansehen der modernen schwedischen Architektur im Ausland begründete und auch heute weitgehend die Entwicklung des Bauschaffens in Schweden bestimmt. Seit 1945 machte sich eine Neigung zu einem mehr organischen Bauen unter Einbeziehung der landschaftlichen Umgebung und Verwendung von Naturstein und Holz bemerkbar. In den 1960er Jahren entstanden einerseits technisch-funktionale Bauten im öffentlichen Raum und andererseits traditionelle Bauten im kleineren Rahmen; dabei spielt die Nähe zur Natur bis heute eine große Rolle. Nach der Wahl Stockholms zur Kulturstadt Europas 1998 baute der Spanier J. R. Moneo 1994–1998 das Kunstmuseum und das Architekturmuseum. Für die schwedische Botschaft in Berlin, die 1999 eröffnet wurde, entwickelte G. Wingårdh die Pläne.
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