Lexikon

Verderbtes Rom

Verderbtes Rom
Der Satiriker Juvenalis (um 60140) über das Leben in der Hauptstadt des Römischen Reichs:

"... selbst im traurigsten Neste lebt sich's besser als hier im wilden Getriebe der Hauptstadt mit ihren tausend Gefahren, den Hauseinstürzen und Bränden ...
Schwer kommt man in die Höhe, wenn enge häusliche Lage die eigene Bewährung behindert; in Rom aber ist der Versuch am schwersten: Die ärmliche Wohnung ist teuer, die kärgliche Mahlzeit teuer und teuer ist es, die Sklaven zu füttern ...
Weil es an Schlaf fehlt, gehen in Rom viele Kranke zugrunde, und die Krankheit kommt von der schlechten Verdauung der schweren, magenentzündenden Kost. Doch wen lässt die Mietswohnung schlafen? ...
Nun erwäge noch andere Gefahren, die nachts uns bedrohen. Himmelhoch über der Straße sind Dächer, von denen - wie oft! - ein Ziegel herabkracht, uns auf den Schädel
... Machst du kein Testament, bevor du zum nächtlichen Mahl gehst, giltst du als träg und blind einem jähen Geschick gegenüber ..."
Sand, Sturm
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