Lexikon

Wissenschaft

[griechisch epistéme, lateinisch scientia]
ursprünglich das systematische Ganze der Erkenntnis (Philosophie des Altertums und des Mittelalters). Mit der Ausbildung der neuzeitlichen Naturwissenschaften begann die Auflösung des universalen Wissenschaftsbegriffs zugunsten stärkerer Betonung der Einzelwissenschaften. Zugleich wurde die mathematisch-naturwissenschaftliche Methode Vorbild aller Wissenschaftlichkeit, der gegenüber im ausgehenden 19. Jahrhundert die Geisteswissenschaften die in ihrem Wesen liegende, andersartige Methodik geltend machten. Wissenschaftlichkeit heißt Methodik, Vorurteilsfreiheit, Wertfreiheit, Verifizierbarkeit und Verifikation jeder Aussage, Möglichkeit der Kritik sowie Intersubjektivität. – Wissenschaft wird ferner im weiteren Sinne die Gesamtheit des wissenschaftlichen Betriebs (Institutionen u. a.), im engeren Sinne die Gesamtheit der gewonnenen Resultate genannt. – Die Gliederung des „Systems der Wissenschaft“ stellt eine Idealwissenschaft wie die Mathematik den Realwissenschaften gegenüber. Diese zerfallen in Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften; als Unterscheidungsmerkmale werden angegeben: Erklären gegen Verstehen (W. Dilthey), generatisierende gegen individualisierende (H. Rickert), nomothetische (Gesetzes-) gegen idiographische (einzelbeschreibende) Wissenschaft (W. Windelband), Realitätswissenschaft gegen Sinn- bzw. Wertwissenschaft (E. Rothacker), exakte gegen unexakte Wissenschaft. Die Sozialwissenschaften nehmen dabei eine Mittelstellung ein.
Wissenschaft

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Wissenschaft

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