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LEXIKON

Zähne

Dentes
knochenartige Gebilde in der Mundhöhle der Wirbeltiere, die in ihrer Gesamtheit das Gebiss bilden. Sie dienen dem Ergreifen, Zerkleinern und Zermahlen der Nahrung. Je nach Art der bevorzugten Nahrung sind Zähne unterschiedlich ausgebildet. Folgende Gebisstypen lassen sich unterscheiden: Allesfresser-, Fleischfresser- und Pflanzenfressergebiss oder genauer Raubtier-, Insektenfresser-, Nager- und Wiederkäuergebiss.
Zahn: Längsschnitt
Zahn: Längsschnitt
Ein Zahn besteht vorwiegend aus knochenhartem Zahnbein (Dentin), das im Bereich der Krone vom Zahnschmelz, am Zahnhals und an der Wurzel von Zahnzement bzw. Wurzelhaut bedeckt ist. Im Innern liegen Zahnpulpa, Nerven, Blut- und Lymphgefäße sowie Bindegewebe. Die Wurzel steckt im Zahnfach (Alveolarfach) des Kieferknochens.
Zähne bestehen aus einer frei aus dem Kiefer ragenden Krone, dem im Zahnfleisch sitzenden Zahnhals und der im Kiefer verankerten Zahnwurzel. Im Innern der Zähne findet sich ein Hohlraum, der das Zahnmark (Pulpa) mit Gefäßen und Nerven enthält. Es wird umschlossen vom Zahnbein (Dentin). Das Dentin selbst ist im Bereich der Zahnkrone vom Zahnschmelz, im Bereich der Zahnwurzel vom Zahnzement einer dünnen Schicht geflechtartiger Knochensubstanz umgeben. Die Verankerung der Zähne im Zahnfach (Alveole) des Kiefers erfolgt mit Hilfe der Wurzelhaut, deren Fasern eine federnde Verbindung zwischen Zahnzement und Zahnfach herstellen.
Bei allen Wirbeltieren findet ein Zahnwechsel statt. Bei den meisten mit Ausnahme der Säugetiere werden die Mundzähne laufend ersetzt und erneuert (dauernder Zahnwechsel, Polyphyodontie). Bei den meisten Säugetieren und beim Menschen werden die Zähne jedoch nur einmal im Leben gewechselt (Diphyodontie), wenn das sog. Milchgebiss, das aus kleineren Zähnen in geringerer Anzahl (20 beim Menschen) besteht, etwa vom 5. Lebensjahr an gegen das bleibende Gebiss ausgewechselt wird.
Nach ihrer Aufgabe und Stellung im Gebiss können die Zähne verschieden geformt sein (Heterodontie). Im Gebiss der Säugetiere und des Menschen kommen drei verschiedene Zahntypen vor: Schneidezähne (Incisiven), Eckzähne (Caninen) beide einwurzelig und Backenzähne (Prämolaren und Molaren) mit 24 Wurzeln. Von diesen kommen die Molaren allein im bleibenden Gebiss vor, alle anderen werden gewechselt. Bei Pflanzen fressenden Säugetieren nutzen sich die Zähne stark ab; entweder haben sie die Fähigkeit, längere Zeit (z. B. beim Pferd) oder dauernd (z. B. Schneidezähne der Nagetiere) nachzuwachsen; oder abgekaute Zähne werden durch neue ersetzt (z. B. Backenzähne beim Elefanten, wo jeweils ein Backenzahn abgekaut wird, die anderen nacheinander gebildet werden und von hinten nachrücken).
Das menschliche Gebiss besteht im endgültigen Zustand aus 32 Zähnen (4 Schneidezähne, 2 Eckzähne, 4 Prämolaren, 6 Molaren im Ober- und Unterkiefer), im Milchgebiss fehlen die 12 Molaren. Der erste Zahndurchbruch (erste Dentition) erfolgt beim Säugling meist im 6. bis 8. Monat, früheres Zahnen (z. B. schon bei der Geburt) ist sehr selten (Dentitio praecox), kleine Verzögerungen dagegen kommen oft vor. Der zweite Zahndurchbruch oder Zahnwechsel (zweite Dentition) vollzieht sich vom 5. bis zum 14. Lebensjahr. Die dritten Backenzähne (Weisheitszähne) erscheinen meist ab dem 16. Lebensjahr, oft auch erheblich später und/oder reduziert.
Die häufigsten Erkrankungen der Zähne sind Zahnkaries und Parodontose.
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