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Mexiko in der Hand der Drogen-Kartelle

Korruption und ein schwacher Staat erschweren Mexikos Krieg gegen die Drogenmafia

Acapulco
Acapulco. Hier feierte Johnny Weismüller alias Tarzan einst rauschende Feste und gaben sich Hollywood-Grössen wie Frank Sinatra und John Wayne ein Stelldichein. Noch immer ist die Bucht von Acapulco strahlend blau und umgeben von smaragdgrünen Hügeln. Noch immer sind die Sonnenuntergänge atemberaubend. Doch die Touristen bleiben weg. Acapulco ist eine der Hochburgen des mexikanischen Drogenkriegs: Schutzgelderpressungen, Entführungen und Mafiamorde sind an der Tagesordnung; im Hinterland wird Heroin und Marihuana angebaut. 900 Tote gab es im Vorjahr, dreimal mehr als sonst. Geschäfte und Restaurants schliessen, in Hotels ersetzen schwerbewaffnete Soldaten die Badegäste. Die Urlauber ziehen andere Orte vor. Zu den sichersten gehört mittlerweile die Hauptstadt Mexiko-City, aber auch die Strandparadiese an der Karibikküste und die wegen ihrer archäologischen und kulturellen Kleinode berühmten Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas.

 

Die Drogenkartelle bekämpfen sich bis aufs Blut

Gefährlich hingegen ist die Grenzregion zu den USA. Auch entlang der Pazifik- und Atlantikküste führen wichtige Schmuggelrouten für südamerikanisches Kokain – jeweils unter Kontrolle gegnerischer Kartelle. Die Pazifikroute wird vom Sinaloa-Kartell unter Joaquín alias „El Chapo“ Guzmán kontrolliert, einem der reichsten Männer der Welt laut Forbes-Liste. Die Golfroute ist in der Hand des Golfkartells und der Zetas, zur Mafia übergelaufene, ehemalige Elitesoldaten, die durch besondere Brutalität von sich reden machen.

Die drei bekämpfen sich bis aufs Blut, auch ein paar kleinere Kartelle mischen mit. Weil die Gewalt ausuferte und die Kartelle den Staat bis in höchste Ebenen infiltriert hatten, schickte Präsident Felipe Calderón 2006 die Armee gegen sie in den Krieg. Im Dezember endet die Amtszeit des Konservativen, seine Bilanz ist umstritten. In diesem Jahr sei die Gewalt deutlich zurückgegangen, verkündete die Regierung vor einigen Tagen triumphierend. So seien in Ciudad Juárez, einer der gefährlichsten Städte der Welt, 50 Prozent weniger Morde verübt worden als im Vorjahr. Insider freilich führen das mehr auf die Tatsache zurück, dass das Sinaloa-Kartell die Grenzstadt inzwischen unter seine Kontrolle gebracht hat.

 

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von wissen.de-Autorin Sandra Weiss, August 2012
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