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Nordirland-Konflikt

IRA legt die Waffen nieder

Die nordirische Terrororganisation IRA hat ihren "bewaffneten Kampf" gegen Großbritannien offiziell für beendet erklärt. Premier Tony Blair sprach von einer Erklärung "beispielloser Bedeutsamkeit", protestantische Politiker zeigten sich skeptisch.

"Dies könnte der Tag sein, an dem Frieden den Krieg und Politik den Terror in der britischen Provinz Nordirland ablösen", sagte Blair. Er begrüße die Erklärung der Irisch-Republikanische Armee (IRA) und deren "Anerkennung, dass der einzige Weg zum politischen Wandel ausschließlich in friedlichen und politischen Maßnahmen liegt." Nun müsse sich die IRA so schnell wie möglich entwaffnen. Zuvor hatte die IRA die Einstellung ihres bewaffneten Kampfes ab 16.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) angekündigt. Alle Mitglieder seien aufgerufen, ihre Waffen abzugeben, und hätten sich auch dazu bereit gezeigt. Großbritannien und die probritische Mehrheit in Nordirland wurden aufgefordert, diesen Schritt als ausreichend für die Wiederaufnahme von Verhandlungen über eine Allparteienregierung in Belfast zu akzeptieren.

Eine Allparteienregierung aus Protestanten und Katholiken war das Kernstück des so genannten Karfreitagsabkommens von 1998. Bis Mitte 2000 sollten alle paramilitärischen Gruppen in Nordirland ihre Waffen abgeben. Bislang hatte sich die IRA diesen Punkt nicht erfüllt und die Regierungskoalition wiederholt in die Krise gestürzt, bis das Bündnis im Oktober 2002 zerbrach. Seitdem wird Nordirland wieder von London aus regiert. Pfarrer Ian Paisley, der Vorsitzende der größten protestantischen Partei, der Demokratischen Unionistenpartei (DUP), hatte sich beharrlich geweigert, eine neue Koalition mit der IRA-nahen Sinn Fein einzugehen. Weil Sinn Fein aber im Lager der Katholiken die Mehrheit stellt, ist eine wirksame Koalition ohne die Zusammenarbeit der beiden Parteien nicht möglich.

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