Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Kanzler:
Das Wort geht auf das lateinischezurück, das die Schranken bezeichnet, von der aus Bekanntmachungen einer Behörde verlesen wurden. Der spätlateinische Ausdruckbezeichnet eine Person, die Staatsurkunden ausfertigt und einervorsteht. Das wird im Althochdeutschenund mittelhochdeutsch. Derwar im Mittelalter der oberste Hofbeamte des römisch–deutschen Reichs, der die königlichen Urkunden ausfertigte. Daraus entstanden seinerzeit schon je nach Hierarchiestufe Begriffe wieoder. In den deutschen Kleinstaaten gibt es den Kanzler seit dem 15. Jahrhundert. In Preußen wurde es 1807 der Titel des Justizministers. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts gab es dort wie auch in Österreich den Titel. Heute istin Deutschland und in Österreich die Bezeichnung des Regierungschefs. In der Schweiz dagegen ist derlediglich Leiter der. Darüber hinaus wird der Begriff auch in Großbritannien verwendet. Dort führt der Justizminister den Titelund der Finanzminister den des. Außerhalb der Regierungsebene gibt es schließlich auch an deutschen Universitäten einen: Er ist dort der leitende Verwaltungsbeamte.
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