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Sternenhimmel im März 2015

Der März steht in diesem Jahr ganz im Zeichen einer Sonnenfinsternis. Am Vormittag des 20. März wird sich der Mond so vor die Sonne schieben, dass nur noch eine Sichel übrigbleibt. Am diesem Tag ist auch Tagundnachtgleiche: Ab jetzt sind die Tage wieder länger als die Nächte – der Frühling beginnt.
NPO

Im März verabschiedet sich der Winter auch am Himmel. Die Frühlingssternbilder erscheinen und mit der Tagundnachtgleiche am 20. März beginnt der astronomische Frühling. An diesem Tag steht die Sonne mittags genau senkrecht über dem Äquator, Tag und Nacht sind bei uns dann gleich lang. Weil sich danach die Nordhalbkugel der Erde langsam wieder in Richtung Sonne dreht, werden ab diesem Zeitpunkt die Tage länger bei uns wieder länger als die Nächte.

Der Höhepunkt im März 2015: eine partielle Sonnenfinsternis

Thinkstock/ Irena Debevc

Finsternis: Wenn die Sonne zur Sichel wird

Am Freitag, den 20. März 2015 erwartet uns aber auch ein seltenes Himmelsschauspiel: eine partielle Sonnenfinsternis. Der Mond schiebt sich dabei so zwischen Erde und Sonne, dass er die sichtbare Sonnenscheibe verdeckt. Über dem Nordatlantik tut er dies sogar vollständig, hier kann man eine totale Sonnenfinsternis beobachten. Deutschland liegt jedoch außerhalb dieser Kernzone, so dass bei uns die Sonne nur teilweise verdeckt erscheint.

Die partielle Finsternis beginnt um am Freitagmorgen gegen 9:32 Uhr unserer Zeit und endet gegen 11:52 Uhr – je nach geografischer Lage. Auf dem Höhepunkt der Eklipse wird die Sonne über Norddeutschland um gut 80 Prozent verdeckt sein, in Süddeutschland um knapp über 60 Prozent. Vor allem in Norden könnte sich dadurch das Tageslicht während dieser Phase spürbar verdunkeln. Die Sonne leuchtet nun nur noch als schmale Sichel am Himmel.

Bei der Beobachtung das Allerwichtigste: Schauen Sie niemals ohne Augenschutz direkt in die Sonne – schwere Augenschäden bis hin zur Blindheit können die Folge sein. Am besten lässt sich die Sonnenfinsternis mit einer speziellen Sonnenfinsternisbrille beobachten. Eine normale Sonnenbrille reicht dagegen nicht aus, um die Netzhaut vor den energiereichen UV-Strahlen zu schützen.

Das Frühlings-Sternbild Löwe gewinnt im März im Osten an Höhe.

Stellarium

Sterne: Orion macht dem Löwen Platz

Am Sternenhimmel findet nun allmählich eine Wachablösung statt: Die Wintersternbilder Orion, Stier und Großer Hund stehen weit im Westen und relativ tief. Die drei auffallenden Gürtelsterne des Orion stehen fast parallel zum Horizont, der helle Sirius im Großen Hund lugt im Südwesten nur knapp über den Himmelsrand hinaus.

Im Osten tauchen dafür nun allmählich wieder die Frühlingssternbilder auf: Schon am Abend beginnen Löwe und Jungfrau ihren Weg über den Himmel, später in der Nacht kommen die Sternbilder Bärenhüter (Bootes), die nördliche Krone und Herkules hinzu. Sobald der hellste Stern der Jungfrau, Spica, über dem Horizont erscheint, ist sogar das Frühlings-Dreieck schon komplett: gemeinsam mit Arkturus im Bärenhüter und Regulus im Löwen bildet er ein langgezogenes Dreieck, das die Ankunft des Frühlings ankündigt.

Planeten: Jupiters Monde und ein wandernder Uranus

Der König der Planeten, der Gasriese Jupiter, bietet auch im März beste Beobachtungs-Bedingungen: Schon mit bloßem Auge deutlich sichtbar geht er abends im Südosten auf und morgens im Westen wieder unter. Weil der Planet im Februar der Sonne von uns aus gesehen genau gegenüber stand, leuchtet er auch jetzt noch besonders hell. Mit einem kleinen Teleskop lassen sich zurzeit die bunten Wolkenbänder des Jupiter, aber auch seine vor ihm vorüberziehenden vier großen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto gut sehen.

Unser Nachbarplanet Venus leuchtet zurzeit als Abendstern. Anfang des Monats wird sie dabei vom Mars begleitet, der ihr noch immer bis auf etwa fünf Grad nahe ist. Mit bloßem Auge unsichtbar gesellt sich im März ein weiterer Planet zu diesem Rendezvous: der Uranus. Er wandert am 1. März von oben kommend sehr dicht an der Venus vorbei und nähert sich in den darauffolgenden Tagen dem tieferstehendem Mars immer weiter an. Am 11. März schließlich kommt es zur engen Begegnung von Mars und Uranus.

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