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Tour de France: Tourgeschichten

Die Tour der France macht Radrennfahrer seit 1903 zu strahlenden Helden oder tief enttäuschten Verlierern. Doch neben den großen Legenden, die Renngeschichte schrieben, faszinieren vor allem die kleinen Anekdoten vom Rande der Strecke. Menschlich, komisch, tragisch – hier finden Sie die Geschichten zur Tour-Geschichte.

Sieg unter Lebensgefahr

Als Favorit der ersten Tour de France galt 1903 Hippolyte Aucouturier, der damalige Sieger von Bordeaux-Paris. Doch in Lyon, dem ersten Etappenziel, traf am späten Abend als erster Maurice Garin ein. Gleich darauf folgte Pagie, 14 Minuten später Georget. Weitere 25 Fahrer kamen im Lauf der Nacht an. Dann erst kam Aucouturier. Er war blutverschmiert, die Knie nach einem schweren Sturz zerschunden. Seine Betreuer beschworen ihn durchzuhalten.

In der Nacht müssen sie ein wahres Wunder mit ihm vollbracht haben, denn Aucouturier, der gerade noch gefleht hatte "Ich kann nicht mehr!", gewann die zweite und dritte Etappe und führte überlegen im Gesamtklassement. Nach der vierten Etappe folgte die zweite Sensation: Aucouturier wurde disqualifiziert! Er war überführt worden, dass er sich streckenweise von einem Automobil mitziehen ließ, weil er wieder am Ende seiner Kräfte war. In Aucouturiers Heimatstadt Nantes herrschte hellste Empörung, und Garin, der nunmehr im Gesamtklassement führte, erhielt schriftliche Morddrohungen.

Desgrange zweifelte nicht daran, dass man Garin unterwegs auflauern würde. Er wies ihn an, auf der Fahrt sein weißes Trikot gegen ein dunkles zu wechseln. Als in der Nacht eine Schlägertruppe die Radfahrer stellte, entkam Garin unbemerkt. Er gewann die Etappe und damit auch die Tour de France in der Gesamtzeit von 93:29 h. Der Sieger Garin erhielt eine Prämie von 3000 Francs.

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