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Wohnraum: Brücke

Der Entwurf einer „Lebenden Brücke“ könnte in Hamburg bald Wirklichkeit werden.

Michael Fischer, wissen.de

Hamburg von oben
mev, Augsburg
Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt es deutlich und auch die Trendforscher sind sich einig: Die Zukunft gehört der Stadt. Sie allein bietet kurze Wege zum Arbeitsplatz und zu den Freizeitmöglichkeiten. Und es ist das urbane Umfeld, das Forscher und Wissenschaftler ebenso inspiriert wie Schriftsteller oder Architekten. Doch die Metropolen von Morgen haben auch ein Problem: Platzmangel. In Hamburg ist vor kurzem ein spektakulärer Entwurf vorgestellt worden, der viele Aspekte urbanen Lebens verbindet und zugleich neue Räume schafft: eine Brücke über die Elbe, die ein ganzer Stadtteil ist – die „Living Bridge“.

 

Wohnen mit Blick auf die Elbe 

Die „Living Bridge“ ist ein Entwurf des Hamburger Stararchitekten Hadi Teherani vom Büro Bothe, Richter und Teherani (BRT). Seine 700 m lange Brücke soll nicht nur die neue HafenCity im Süden mit dem kleinen Grasbrook-Hafen und der Vedeel im Norden verbinden, sondern ähnlich wie die Ponte Vecchio in Florenz oder die Newcastle Bridge in London Wohn- und Gewerberäume schaffen. Darüber hinaus sieht der Plan eine Parkanlage vor. Im Erdgeschossbereich sollen Fahrzeuge die Elbe überqueren können, während die zweite Ebene für Fußgänger und Radfahrer ist und Platz für rund 1000 Wohnungen – überwiegend mit unverstelltem Blick auf die Elbe – und 40 000 Quadratmeter Gewerbefläche bietet.   

 

Für die Stadtentwicklung wäre die Umsetzung des Projekts nach dem Bau der HafenCity ein weiterer Meilenstein. Erneut ein teurer allerdings: Denn die Kosten werden mit 324 Mio. Euro taxiert. Finanziert werden soll das Projekt wohl vor allem durch Mieteinnahmen und den Verkauf von Wohnungen. Die Kaltmieten sollen maximal neun Euro pro Quadratmeter betragen. Nach Medienberichten bewerten der gerade wiedergewählte Bürgermeister Ole von Beust und Senator Michael Freytag die Pläne als „sehr gut“. Ein Bebauungsplan und eine Baugenehmigung stehen noch aus. Doch wie die Entwicklungen der nächsten Monate auch sein mögen: die „Living Bridge“ ist schon heute ein kühner Blick in die Zukunft der Stadt.

 

Mehr Informationen zum Wohnen der Zukunft finden Sie in der EnBW-Diashow "Wohnvisionen von morgen"

 

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