Wahrig Herkunftswörterbuch
Kohldampf schieben
Wer sagt, dass er Kohldampf schiebt, ist nicht unbedingt ein Gauner, doch er bedient sich eines Ausdrucks aus der sogenannten Gaunersprache, dem Rotwelschen. Das Adjektiv welsch, das in dem Wort Kauderwelsch enthalten ist und auch die Wurzel des Wortes Wallach darstellt, bezeichnet im Deutschen ursprünglich „eine unverständliche Sprache sprechende“ nichtgermanische Nachbarstämme und wird heute noch (regional begrenzt) abwertend für „romanisch“ verwendet. Die beiden Teile des Wortes Kohldampf, das gar nichts mit dem Kohl (bzw. Kraut) zu tun hat, lauten Kohler und Dampf, und in besagtem
Rotwelsch
sind beide Wörter Synonyme für „Hunger“. Das zur Wendung gehörige Verb schieben stammt ebenfalls aus demRotwelschen
und ist genauso wie Kohl eine Umbildung des Volksmunds, denn die ursprüngliche Form lautet scheffen „sein, sich befinden“. Dieses wiederum ist vomhebr.
jaschab „sitzen bleiben“ abgeleitet. Über die Soldatensprache gelangte die Wendung Kohldampf schieben im 19. Jahrhundert in der Bedeutung „sehr hungrig sein“ in die Umgangssprache.
Wissenschaft
Neue Einblicke in die Ursprünge unseres Gehörs
Säugetiere haben ein empfindliches Gehör, mit dem sie Töne und Geräusche einen breiten Frequenzbereich wahrnehmen können. Dafür sorgt das Mittelohr, dessen Trommelfell die Schallwellen aus der Luft aufnimmt und über die Gehörknöchelchen weiterleitet. Doch wann hat sich diese Struktur entwickelt? Eine Studie zeigt nun anhand von...
Wissenschaft
Die Kraft der Kunst
Wer jemandem, der sich kaum für Physik interessiert, erläutert, dass die Bewegung eines Gegenstandes aufhört, wenn keine Kraft mehr auf ihn wirkt, wird beim ersten Erzählen wenig Widerspruch bekommen. Bis der Belehrte seinen eigenen Verstand einsetzt und fragt, wie es dann sein könne, dass ein Stein weiterfliegt, wenn er die...