Wahrig Herkunftswörterbuch

Gnade

die Bezeichnung lässt sich auf
germ.
*(ga)næþon „Gunst“ zurückführen, das sich auch in
altfrz.
nethe bezeugen lässt; wahrscheinlich ein Verbalabstraktum zu einem nur noch im Gotischen bezeugten Verb niþan „unterstützen, beistehen“; zunächst als allgemeine Bezeichnung für „Milde gegenüber Verurteilten“ verwendet, wird der Begriff Gnade schon bald fast ausschließlich mit dem Christentum und der damit verbundenen Gottesgnade in Verbindung gebracht; die förmliche Anrede Euer Gnaden ist eine Lehnübersetzung aus
lat.
vestra clementia; die Ableitung
gnädig
geht über
mhd.
g(n)ædec auf
ahd.
g(i)nadig zurück und bedeutet „wohlwollend, mitleidig“; davon wurde zu frühneuhochdeutscher Zeit wiederum begnädigen abgeleitet, das sich im 17. Jh. zu
begnadigen
wandelte; die Zusammensetzung
Gnadenstoß
stammt aus dem 18. Jh. und bezieht sich auf mittelalterliche Todesstrafen; hatten die damaligen Henker Mitleid mit den Verurteilten und wollten ihnen lange Qualen ersparen, so erdolchten sie diese bereits zu Anfang der Hinrichtung mit dem sogenannten Gnadenstoß; übertragen wurde die Bezeichnung auch auf das schnelle Töten von verwundetem Wild bei der Jagd
Würfel, Schweben
Wissenschaft

Supraleiter heben ab

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleiter finden diese widerstandslosen Materialien endlich praktische Anwendungen. von Reinhard Breuer Gegen Ende meines Physikstudiums in Dresden wurden Supraleiter entdeckt, die sich mit flüssigem Stickstoff kühlen lassen – eine Sensation“, sagt Bernhard...

Einbruch
Wissenschaft

Einbrechen im Dienste der Wissenschaft

Ein Freiburger Kriminologen-Team schickt echte Einbrecher auf virtuelle Beutetour, um bei der Tat live über die Schulter blicken zu können. von ROLF HEßBRÜGGE und SALOME BERBLINGER Es ist dunkel, und nur hinter wenigen Fenstern brennt Licht. Ich gehe langsam die Straße entlang, vorbei an Einfamilienhäusern mit Backsteinfassade....

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon