Wahrig Herkunftswörterbuch

gordischer Knoten
Die in vielen europäischen Sprachen existierende Redewendung den gordischen Knoten durchhauen „ein schwerwiegendes Problem elegant und schnell lösen“ bezieht sich auf die Tatkraft und den Verstand Alexanders des Großen. In der phrygischen Stadt Gordion (die etwa 70 Kilometer südwestlich des heutigen Ankara in der Türkei lag) war am Streitwagen des Königs Gordios ein überaus kompliziert gewundener Knoten angebracht, den vor Alexander niemand hatte entwirren können. Nach dem Orakel sollte der, dem dieses Kunststück gelänge, Herrscher über Asien werden. Als er 334 oder 333 vor Christus dem Knoten in Gordion gegenübertrat, sah Alexander der Legende nach, dass es keine andere Möglichkeit gäbe, als ihn zu durchhauen, was er mit dem Schwert sogleich getan habe. Eine andere Überlieferung rühmt eher Alexanders Verstand: Er habe den Pflock herausgezogen, an dem der Knoten befestigt war, worauf dieser in sich zusammengefallen sei. Alexander trat daraufhin tatsächlich seinen Siegeszug durch Asien an, der ihn bis nach Indien führte.
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