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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Holz
Holz wird in zahlreichen deutschen Redewendungen erwähnt meist beziehen sie sich auf Eigenschaften des Holzes wie in den Wendungen aus gutem/grobem/hartem Holz geschnitzt sein „ein guter/grober/harter Mensch sein“. Die Qualität des Holzes spielte für unsere Vorfahren eine entscheidende Rolle, da Holz der wichtigste Rohstoff zum Bauen, Kochen oder Heizen war. Bäumen sprach man zudem Beseeltheit zu, und so verwundert die Übertragung der Eigenschaften des Holzes auf den Menschen nicht.
Andererseits galt Holz aber auch als starre, gefühllose Materie, wie die Wendung wie ein Stück Holz dasitzen „steif und stumm sitzen“ und der Ausruf ich bin doch nicht aus Holz „ich habe Gefühle wie jeder andere Mensch auch“ belegen. Steht bei Holz vor der Hütte haben „vollbusig sein“ der Aspekt der Vorratsstoßes vor dem Bauernhaus und bei das ist viel Holz „das ist eine Menge (Arbeit oder Geld)“ die schiere Menge des zu be oder verarbeitenden Holzes im Vordergrund, so bezieht sich der schon um 1500 in übertragener Bedeutung belegte Holzweg auf einen der schmaleren Forstwege, auf denen Nutzholz transportiert wurde. Da diese Wege den Wanderer nicht zum Ziel führten, bekamen sie bald die Bedeutung „Abweg, Irrweg“, und so erklärt sich die heutige Bedeutung der Wendung auf dem Holzweg sein, nämlich „in die Irre gehen“.
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