UFA - mit diesen drei Buchstaben verbindet sich nunmehr eine hundertjährige Filmgeschichte. Die am 18. Dezember 1917 gegründete "Universum Film AG" ist heute nicht nur eine der ältesten Filmproduktionsfirmen Europas - sondern auch die bedeutendste deutsche. Doch die Geburt der Filmfirma stand unter keinem guten Stern.
Denn als die UFA in Berlin gegründet wurde, geschah das auf Betreiben der militärischen Führung des Deutschen Reiches. Das geheime Ziel: Die UFA sollte die Anstrengungen des Kaiserreichs auf dem Gebiet der psychologischen Kriegsführung unterstützen. Kurzum: eine Propaganda-Maschine sein. Doch es kam anders: Nur elf Monate nach der Gründung der Filmgesellschaft ging der Erste Weltkrieg zuende.
Von Spielfilmen bis zur Wochenschau
In den Irrungen und Wirrungen der Nachkriegszeit expandierte die erste deutsche Filmproduktionsfirma rasant. Es entstand ein auch international agierender Medienkonzern, der in allen Bereichen der Branche tätig war - von der Produktion bis zum Verleih. Für die UFA arbeiteten damals so geniale Regisseure wie Friedrich Wilhelm Murnau oder der Österreicher Fritz Lang, der mit dem Stummfilm "Metropolis" 1927 einen der Meilensteine der deutschen und internationalen Filmgeschichte produzierte.
Doch die UFA realisierte nicht nur monumentale Spielfilme. Für den nationalen Markt entstanden in dieser Zeit auch zahlreiche Serien, Komödien und sogar Wochenschauen. Doch der Glanz hatte Schattenseiten. Als die Firma in Schwierigkeiten geriet, wurde sie von dem deutschnationalen Verleger Alfred Hugenberg übernommen - der ließ den Künstlern zwar zunächst weiterhin freie Hand, verhalf aber gleichzeitig Hitler an die Macht.
Propaganda statt visionäres Kino
Unter den Nationalsozialisten erfolgte spätestens ab 1937 die ideologische Anpassung an das Regime. Jüdische Mitarbeiter wurden entlassen, der Betrieb verstaatlicht und auf Linie gebracht. Die UFA erfüllte nun wieder den Zweck, zu dem sie ursprünglich ins Leben gerufen worden war: Propaganda zu betreiben. In dieser Zeit stand die UFA nicht mehr für visionäres Kino, sondern für Propagandastreifen wie "Kolberg" und "Jud Süss". Die wichtigsten Stars aus der unrühmlichen Nazi-Ära waren die Schauspieler Hans Albers und Zarah Leander sowie der Regisseur Veit Harlan.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs endete die Geschichte der UFA zunächst. Die Filmfirma wurde von den Siegermächten verboten - einige Jahre später im Westen Deutschlands jedoch neu gegründet. Doch an die alten Zeiten konnte sie lange nicht anknüpfen. Erst als Bertelsmann den Konzern 1964 übernahm und ihn mit vielfältigen Produktionen ins Fernsehen brachte, sicherte sich die UFA erneut einen festen Platz im deutschen Film.
Mit TV-Serien wie dem "Tatort" gelangen nun wieder Erfolge - zunächst jedoch hauptsächlich auf dem TV-Bildschirm. Inzwischen steht die UFA jedoch auch wieder für großes Kino. So entstanden in der Filmschmiede unter anderem Streifen wie "Der Sandmann" mit Götz George, "Der Medicus" oder "Das Dschungelkind".



