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»Der europäische Kosmos hat sich über Nacht verändert«

Die Öffnung der innerdeutschen Grenze ist in den Tagen nach dem 9. November nicht nur in Deutschland Pressethema Nr 1. Alle Kommentatoren stimmen in der Ansicht überein, dass der Fall der Berliner Mauer nicht mehr rückgängig zu machen sei. Welche Konsequenzen das Ereignis haben und wie sich die Lage in Deutschland weiter entwickeln wird, darüber sind die Meinungen allerdings geteilt:

Frankfurter Rundschau:

»Die Mauer wurde überwunden, einfach so, weil in der logischen Folge eines von unten erzwungenen Umbaus der DDR sich die Mär vom existenzgarantierenden antifaschistischen Schutzwall in Luft aufgelöst hat, weil das SED-Regime die Bürger nicht mehr daran hindern kann, dorthin zu gehen, wohin sie wollen und können.«

 

Süddeutsche Zeitung:

»Über Deutschland weht der Mantel der Geschichte. Ein Teil der Nachkriegsordnung, verbunden mit dem kalten Krieg wie die NATO und der Warschauer Pakt, fällt allmählich auseinander; ein anderer Teil wie die Europäische Gemeinschaft gewinnt an Dynamik. Der Platz Deutschlands in der entstehenden neuen Ordnung ist noch undeutlich, aber die Geschichte entscheidet möglicherweise schneller über die deutsche Frage, als Gorbatschow noch vor kurzem annahm.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung:

»Den 9. November 1989 wird niemand mehr vergessen… Die Welt hat sich verändert. Die Nachkriegsgeschichte scheint beendet zu sein… Was jetzt geschieht, gibt es nicht umsonst.«

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