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Abi, fertig, los! Nach dem Schulabschluss ins Ausland

Abi in der Tasche, und was jetzt? Diese Frage stellen sich in diesem Sommer wieder mehr als 400.000 Abiturienten in Deutschland. Eine beliebte Möglichkeit ist es, vor Beginn des Studiums oder der Berufsausbildung einige Zeit im Ausland zu verbringen. Aber in welcher Form? Die Welt entdecken und fremde Kulturen kennenlernen? Sprachkenntnisse verbessern oder erste Berufserfahrung sammeln? Je nach Vorlieben gibt es dafür unterschiedliche Möglichkeiten.

Wegweiser
Die Welt entdecken: Bei der Suche nach möglichen Zielen im Ausland und dem "Wie" des Aufenthalts haben die Schulabgänger die Qual der Wahl.
Rund 42 Prozent der deutschen Abiturienten wollen vor Beginn eines Studiums oder einer Berufsausbildung erst einmal eine Pause einlegen - ein sogenannten Gap Year. Denn dieses gibt ihnen die Chance, sich erst einmal zu orientieren, verschiedenen Dinge auszuprobieren und so vielleicht auch Impulse für den weiteren Weg zu bekommen. Besonders viele spannende Erfahrungen sammeln kann man bei einem Aufenthalt im Ausland.

Doch gerade bei der Suche nach möglichen Zielen im Ausland und dem "Wie" des Aufenthalts herrscht die Qual der Wahl. Welcher Auslandsaufenthalt passt zu mir und meinen Neigungen? Wo kann ich welche Erfahrungen sammeln? Und welche Möglichkeiten gibt es überhaupt? Einige Tipps zur Orientierung von den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren haben wir hier zusammengefasst.

Generell ist es ideal, mindestens drei Monate vor dem geplanten Auslandsaufenthalt mit den Vorbereitungen zu beginnen. Doch auch für Last-Minute-Reisende sind kurzfristig Auslandsaufenthalte möglich. Hier ist allerdings Flexibilität gefragt - etwa bei der Auswahl seines Einsatzortes.

Schule ohne Notenstress: High School Spirit erleben

Für alle, die den Abschluss in der Tasche haben und dennoch den berühmten School Spirit einer High School erleben möchten, bietet sich ein Schulaufenthalt im englischsprachigen Ausland an. Hier lassen sich ohne Notenstress die Lieblingsfächer mit ausgefallenen Kursen kombinieren. Schüler können Fächer wie etwa Business, Videoproduktion, Schreinern oder Outdoor Education belegen. Das Leben in einer Gastfamilie und der geregelte Schulalltag bieten zudem genug Zeit, ganz entspannt und in einem festen Rahmen die weitere Zukunft zu planen.

Günstig weg mit Work & Travel

Für Abenteuerlustige, die Land und Leute auf eigene Faust entdecken und neben den Sprachkenntnissen auch die Reisekasse aufbessern möchten, ist Work & Travel genau das Richtige. Denn dabei kann man ganz flexibel sein und ganz nach Lust und Laune Aufenthaltsort und Job wechseln. Das erfordert allerdings auch einiges an Selbstständigkeit und eigenem Engagement.

Der große Vorteil: Eine solche Zeit des Work & Travel ermöglicht auch längere Reisen trotz eingeschränkter finanzieller Mittel. Arbeit findet sich vor allem in den Bereichen Gastronomie, Tourismus, Einzelhandel und Landwirtschaft. Beliebte Ziele hierfür sind Kanada, Australien und Neuseeland. Diese Länder vergeben sogenannte Working Holiday Visa an junge Menschen für Aufenthalte von bis zu einem Jahr.

Junge Europäerin mit indischen Kindern
Die Einsatzbereiche für Freiwilligenarbeit sind vielfältig und reichen vom Grundschulunterricht in Indien bis hin zu Umweltschutzaktivitäten in neuseeländischen Nationalparks.
Freiwilligenarbeit: Im Ausland engagieren

im Ausland sozial engagieren, nachhaltig der lokalen Gemeinschaft helfen und spannende Reiseerfahrungen fernab der touristischen Pfade sammeln - das geht mit Freiwilligenarbeit. Teilnehmer arbeiten bei einem meist sozialen oder ökologischen Projekt mit und bekommen dafür meist Kost und Logis frei. Zwar fallen oft Teilnahmegebühren an, es gibt aber eine Reihe von FSJ-Programmen, die vom Bund gefördert werden. Für diesen Sommer ist eine Anmeldung bei diesen geförderten Programmen allerdings nicht mehr möglich.

Alternative: Für alle Spontanen bieten private Anbieter für 2018 noch Einsätze in nicht-geförderten Hilfsprojekten an. Einsatzort, Projekt und Abreisedatum sind hier frei wählbar. Ob im sozialen, ökologischen Bereich oder im Tierschutz - weltweite Projekte gibt es von zwei bis zwölf Wochen. Die Einsatzbereiche sind vielfältig und reichen vom Grundschulunterricht in Indien über die Mitarbeit in einem Tierpark in Südafrika bis hin zu Umweltschutzaktivitäten in Südamerika oder neuseeländischen Nationalparks.

Auslandspraktikum als beruflicher Wegweiser

Fernab der Heimat in eine neue Kultur eintauchen und dabei den Lebenslauf mit ersten Arbeitserfahrungen aufpolieren? Auslandspraktika von zwei bis fünf Monaten sind optimal, um erstes Know-how für den anvisierten Beruf zu sammeln und gleichzeitig die eigenen Fremdsprachenkenntnisse zu perfektionieren. Die Arbeitsbereiche reichen weltweit von Marketing oder Tourismus bis hin zu Human Resources. Fachliche Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig. In der Regel beträgt das Mindestalter 18 Jahre, in England und Irland sind Praktika bereits ab 17 Jahren möglich.

Studenten verschiedener Ethnien
Ein längerer Auslandsaufenthalt nach dem Abitur bietet die Möglichkeit, bereits vorhandene Sprachkenntnisse zu verbessern oder auch eine ganz neue Sprache zu erlernen.

Univorbereitung

Wer nicht sicher ist, ob das angepeilte Studium das Richtige ist oder ein Wartesemester überbrücken möchte, kann sich mit einem Univorbereitungskurs einen ersten Eindruck verschaffen. In England wählen künftige Studierende beispielsweise mit dem University Foundation Course an einem renommierten Internat einen favorisierten Fächerschwerpunkt und bringen dabei ihr akademisches Englisch auf Vordermann. Auch in Nordamerika gibt es die Möglichkeit, an einem privaten Internat verschiedene Fachgebiete kennenzulernen: Das Post Graduate Year gilt als Vorstufe zum Studium und bringt Schülern Studienfächer wie etwa Psychologie, Fotografie, Design oder Wirtschaft näher. Ganz billig ist dies allerdings meist nicht.

Fit in Englisch mit Sprachzertifikat

Noch nie waren Englischkenntnisse im Beruf so wichtig wie heute. Das gilt auch für viele Unis: Die meisten Studiengänge setzen sehr gute Englischkenntnisse voraus. Ein Sprachkurs im Ausland frischt das bereits Erlernte auf und macht fit für die alltägliche und berufliche Kommunikation. Wer am Ende des Aufenthalts eine Prüfung ablegt, kann ein international anerkanntes Sprachzertifikat, wie zum Beispiel IELTS oder TOEFL, mit nach Hause nehmen.

NPO / Carl Duisberg Centren, 17.05.2018
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