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Die Berlitz-Lernmethode

Der deutschstämmige Einwanderer Maximilian D. Berlitz legte im Jahr 1878 in Providence, der Hauptstadt des östlichen US-Bundesataates Rhode Island, den Grundstein für das heute weltweit größte Sprachunternehmen namens “Berlitz International“. Viele Millionen Menschen auf allen Kontinenten haben seitdem bei Berlitz Fremdsprachen gelernt. Die von Berlitz entwickelte Lernmethode hat alles bisher Dagewesene über den Haufen geworfen und ist ein bis heute funktionierendes Erfolgsmodell: Schluss mit dem Kathederunterricht und dem sturen Vokabel- und Grammatikpauken. Stattdessen: interaktives, fast spielerisch-assoziatives Lernen, bei dem die Schüler schnell in der neuen Sprache denken lernen.

Reges Frage- und Antwortspiel

Interaktion ist das A und O beim Berlitz-Sprachtraining.
dpa

Das Prinzip war und ist so einfach wie genial: “Nur durch Sprechen lernt man sprechen. Wie viele neue Erfindungen verdankt sich die neuartige Lernmethode einem Zufall: Eines Tages musste der unpässliche Maximilian Berlitz von einem jungen Franzosen namens Joly vertreten werden. Da dieser kein Englisch verstand, wies Berlitz ihn an, die Schüler durch das Verknüpfen von Begriffen und anschaulichen Gegenständen ins Französische einzuführen. Der Ersatz-Lehrer zeigte also auf verschiedene Objekte, benannte sie auf Französisch und ließ die Schüler nachsprechen. Verben wurden, so gut es ging, spielerisch dargestellt, neue Wörter in Kontexte eingebunden, neue Begriffe mit schon Bekanntem verbunden. Daraus entwickelte sich ein reges Frage- und Antwortspiel. Die Schüler waren begeistert.

Eine Anekdote, die beeindruckt. Schließlich wurde mit dieser Notlösung eine komplett neue Unterrichtsmethode gefunden. Berlitz machte Schluss mit den traditionellen Lernmethoden wie Vokabeln pauken, Grammatik auswendig lernen und Texte übersetzen. Das Berlitzsche Sprachtraining wurde von ihm und seinen Nachfolgern erweitert, verfeinert, modernisiert und aktuellen pädagogischen und psychologischen Erkenntnissen geöffnet. Heute haben auch die neuen Medien Einzug in den Unterricht gehalten: Videosequenzen, Computerprogramme, Online-Kurse im Internet und Unterricht über Bildtelefon dürfen mittlerweile in keiner Schule mehr fehlen.

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