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Andenstaaten mit reichem Erbe

Die in den Zentralanden gelegenen Staaten Peru und Bolivien weisen einen relativ hohen Anteil an Indigenas auf; beiden Ländern gemeinsam ist außerdem, dass sie über große Bodenschätze verfügen. Gleichwohl hat dieser natürliche Reichtum den Menschen keineswegs einen allgemeinen Wohlstand beschert. Bolivien gehört im Gegenteil sogar zu den ärmsten Staaten Südamerikas.

aus dem n-tv Atlas 2008

Machu Picchu
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Das Gebiet der heutigen Länder Peru und Bolivien war das Kernland der andinen Hochkulturen mit intensivem (Terrassen-) Feldbau, Haustierhaltung und einer straff und hierarchisch organisierten Gesellschaftspyramide. Diese Kultur hatte sich seit dem 1. Jahrtausend v.Chr. herausgebildet. Zwar gab es keine Schrift, aber eine hoch entwickelte Kunst und eine ausgefeilte Stadt- und Tempelarchitektur. Zu den handwerklichen Fähigkeiten gehörten die Herstellung von Textilien aus Baumwolle und Wolle sowie die Verarbeitung von (Edel-)Metallen wie Gold, Silber und Kupfer und die Herstellung von Bronzelegierungen zu Schmuckzwecken.


Gold, Silber und Gas

Als Anfang des 16. Jahrhunderts die Spanier in die Region vordrangen, hatte das Reich der Inka sich auf das Territorium aller anderen andinen Hochkulturen zwischen Südkolumbien und Nordchile ausgedehnt. Den Spanier Francisco Pizarro, der das Inkareich 1532/33 von Panama aus eroberte, lockten auch und vor allem Gold und Silber. Dass Spanien das Vizekönigreich Peru bald als seine wertvollste Kolonie ansah, lag am peruanischen Gold und an den ergiebigen Silbervorkommen von Potosi im heutigen Bolivien, die bis Ende des 18. Jahrhunderts die Quelle des spanischen Reichtums bildeten. Der Bevölkerung vor Ort, die in den Stollen schuftete, kam davon nichts zugute.

Heute befindet sich in Peru die größte Goldmine Südamerikas – die von einem US-Unternehmen betrieben wird – und das Land gehört bei Silber, Zink, Blei, Zinn und Kupfer zu den führenden Förderländern der Welt. Auch in Bolivien werden diese Edelund Basismetalle abgebaut; außerdem verfügt der Staat nach Venezuela über die zweitgrößten Erdgasvorkommen Südamerikas. Dennoch leben knapp zwei Drittel der Bevölkerung in Armut, die meisten von ihnen Indigenas.

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