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Disposition – ein Begriff, viele Bedeutungen

Disposition ist ein Begriff, der in verschiedenen Bereichen anzutreffen ist. Je nachdem, ob er im betriebswirtschaftlichen, medizinischen, psychologischen oder in anderen Bereichen Anwendung findet, hat er jeweils eine andere Bedeutung. Aber auch innerhalb eines Fachbereichs kann der Sinn des Wortes „Disposition“ anders ausgelegt werden. Dies hängt davon ab, worauf sich die Disposition genau bezieht.

Die Disposition der verfügbaren Ressourcen und Waren garantiert in Unternehmen einen reibungslosen Ablauf.

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Woher stammt das Wort „Disposition“?

Das Wort „Disposition“ leitet sich vom lateinischen „disposito“ ab und heißt so viel wie „Anordnung“ oder „Einteilung“. Disposition setzt sich aus der lateinischen Vorsilbe „dis“ und dem Wort „posito“ zusammen. Letzteres leitet sich wiederum vom lateinischen Verb „ponere“ ab, was sich mit „legen“, „setzen“ oder „stellen“ übersetzen lässt.

Eine Disposition ist per Definition also die Tatsache, dass etwas für einen bestimmten Zweck vorgesehen, gesetzt oder hingestellt ist. Diese ursprüngliche Übersetzung verbirgt sich nach wie vor in vielen der einzelnen Bedeutungen, die der Begriff in den unterschiedlichen Fachbereichen besitzt.

Disposition im Wirtschaftsbereich

Im Wirtschaftsbereich und in der betriebswirtschaftlichen Organisation beschreibt Disposition die Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass sämtliche Aufgaben und Mittel innerhalb der Organisation in zielführender Art aufgeteilt sind. In der Wirtschaft wird der Begriff deshalb im Sinne von „Verfügung“ und „Anordnung“ oder vereinfacht auch „Entscheidung“ verwendet.

Zur Disposition im Unternehmen zählt, zuerst sämtliche anfallenden Tätigkeiten so an die verfügbaren Unternehmensressourcen zu vergeben, dass diese zum einen ausgelastet und zum anderen aber nicht überlastet sind. Darüber hinaus ist dafür zu sorgen, dass die Firmenbereiche mit allen Mitteln ausgestattet werden, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben brauchen.

In der Logistik unterteilt sich die Disposition in folgende Bereiche:

  • Wareneingang
  • Warenausgang
  • Entladung
  • Verladung
  • Materialfluss
  • Produktion
  • Beförderung von Materialien
  • Kommissionierung
  • Einlagerung und Auslagerung

Ein klassisches Beispiel für eine Tätigkeit, bei der das Disponieren nötig ist, stellt die Güterverteilung aus einem Lager an andere Bereiche (weiterverarbeitende Betriebe) dar. Die Disponenten stellen hier sicher, dass alle Bereiche jeweils so viele Rohstoffe und Waren zur Verfügung haben, wie sie für die Herstellung benötigen.

Weitere klassische Anwendungsbereiche für die Disposition in Betrieben sind die Projektplanung, Routenplanung oder die Beladung von Lastkraftwagen.

Abwicklung mithilfe eines Warenwirtschaftssystems

Disposition im Wirtschaftsbereich ist die sinnvolle Zuteilung von Aufgaben und Produktionsfaktoren innerhalb des Unternehmens. Sie bezieht sich auf alle Funktionsbereiche im Unternehmen. Ziel ist es, die richtige Menge rechtzeitig und am richtigen Ort bereitzustellen. Seit geraumer Zeit werden Dispositionen in diesem Bereich computergestützt durchgeführt. Moderne, auf die Bedürfnisse der Unternehmen abgestimmte Warenwirtschaftssysteme unterstützen die Firmen bei allen Unternehmensprozessen. Dies beginnt bei der Disposition, reicht über den Warenein- und -ausgang und endet bei der Übergabe an den Versender. Damit kann ein Warenwirtschaftssystem die Abläufe im Unternehmen optimieren und erleichtern.

Durch eine DNA-Analyse erfahren Mediziner mehr über die genetische Disposition von Patienten.

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Disposition im medizinischen Bereich

Im Medizinbereich meint die Disposition die Anfälligkeit einer Person für bestimmte Erkrankungen oder Krankheiten. Die Disposition kann organisch, genetisch, psychisch oder lebensgeschichtlich erworben sein. Im Grunde werden mit Disposition in der Medizin aber nur die lebensgeschichtlich erworbenen (nicht genetischen) Anfälligkeiten bezeichnet.

Die genetische Disposition bezieht sich dagegen auf die Anfälligkeit für Krankheiten, die sich aus der Zusammensetzung oder der Struktur des Erbguts eines Menschen ergibt. Deshalb kann sich eine genetische Disposition auch auf eine komplette Familie beziehen. Personen, die eine gewisse genetische Disposition aufweisen, sind generell anfälliger dafür, bestimmte Erkrankungen zu bekommen oder gewisse Merkmale von Krankheiten an ihre Nachkommen weiterzugeben.

Weiterhin spielen die geschlechtliche oder erworbene Disposition in der Medizin eine große Rolle. Die geschlechtliche Disposition meint Fälle, bei denen bei einem Geschlecht eine bestimmte Krankheit häufiger auftritt als bei dem anderen. Dagegen ergibt sich eine erworbene Disposition oft aus einem intensiven und mehrjährigen Kontakt mit bestimmten krankheitsauslösenden Substanzen (zum Beispiel beim Rauchen).

Disposition in der Psychologie

Auch in der Psychologie findet der Begriff Disposition Anwendung. Unter psychischen Dispositionen werden genetisch vorgegebene Veranlagungen sowie im Laufe des Lebens erworbene Neigungen einer Person zu bestimmten situationsgebundenen Verhaltensweisen oder körperlichen Zuständen verstanden.

Disposition in der Forschung und Entwicklung

Weiterhin findet Disposition im Forschungs- und Entwicklungsbereich statt. Hier wird zum Beispiel angeordnet, wie viele und welche neuen Werkstoffe für die Entwicklung eines verbesserten Produkts zu testen sind.

Disposition in der Finanzabteilung eines Unternehmens

Nicht zuletzt spielt die Disposition auch im Finanzbereich eines Unternehmens eine elementare Rolle. Dort wird entschieden, wofür das Unternehmenskapital eingesetzt werden soll. Eine Aufgabe der Disposition kann es in diesem Zusammenhang sein, eine Summe festzulegen, die das Unternehmen jährlich für den eben erwähnten Bereich Forschung und Entwicklung aufwenden darf.

Fazit: Disposition ist ein Begriff mit vielen Bedeutungen

Das Wort „Disposition“ hat viele verschiedene Bedeutungen, die sich von der Wirtschaft über die Medizin bis hin zur Psychologie ziehen. Obwohl die Grundbedeutung in allen Bereichen erhalten bleibt, meint Disposition in jedem Fachbereich etwas anderes. Im Wesentlichen erstreckt sich die Begriffsbedeutung aber auf die Bereiche Lager, Einkauf und Transport. Sie spielt in Betrieben unterschiedlichster Branchen eine wichtige Rolle.

Besonders wichtig ist die Disposition im Wirtschaftsbereich. Hier umfasst sie die Vorbereitung, den Entwurf sowie die Umsetzung von Aufgaben. Dabei ist die Disposition direkt mit den zu treffenden Entscheidungen verknüpft. Das heißt, dass beinahe jede Entscheidung durch Dispositionen vorbereitet werden.

Die Person, die diese Entscheidungen trifft, ist der Disponent beziehungsweise die Disponentin. Innerhalb der Disposition trifft der Disponent oder die Disponentin die Entscheidung, wie und wann Aufträge umgesetzt werden. Dabei gilt: Aufträge sind möglichst effektiv und mit geringen Kosten umzusetzen.

Allerdings variiert der Begriff Disposition wie erwähnt je nach Einsatzzweck und -gebiet. Während sie in der Wirtschaft und Organisation die Aufgabe hat, sämtliche Tätigkeiten und Mittel eines Betriebs effektiv zu verteilen und auf diese Weise möglichst gute Einnahmen zu generieren, bezieht sich die Disposition in der betrieblichen Organisation vor allem auf die Logistik- und Lagerabteilung.

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