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Fasten ist kein Leistungssport

Mit dem Aschermittwoch beginnt in Deutschland traditionell die Fastenzeit. Auch wenn nicht mehr alle Menschen sich darauf besinnen, möchten doch einige diese Zeit als eine Phase körperlicher Enthaltsamkeit nutzen. So wollen manche in den Wochen bis Ostern auf Süßigkeiten oder Alkohol verzichten, andere möchten durch eine Diät oder durch Heilfasten zusätzlich einige lästige Pfunde verlieren. Doch Fasten darf niemand verharmlosen, denn es kann über den Abbau der Muskulatur und den Entzug lebenswichtiger Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Fettsäuren und sekundärer Pflanzenstoffe den gesamten Organismus des Menschen schädigen, warnt Diätexperte Sven-David Müller.
mp Düsseldorf

Von Crashdiäten mit einseitiger Ernährung ist stets abzuraten

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Schon deswegen ist von Crashdiäten mit einseitiger Ernährung immer abzuraten. Strenge Essensvorschriften führen zu Heißhungerattacken und viel Frust, sie bieten im Alltag keinen dauerhaften Erfolg. Vielmehr ist der sogenannte Jojo-Effekt, also ein ständiges Ab- und Zunehmen programmiert. Als Radikalkur gilt das Heilfasten, eine Zeit, in der nichts gegessen wird.

Wer das vor hat, sollte grundsätzlich vorher einen Arzt aufsuchen. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Nahrungsverzicht keinen gesundheitlichen Schaden anrichtet. Hungern kann bei verschiedenen Erkrankungen sehr gefährlich sein und auch bei gesunden Menschen zum Kollaps führen. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Krebs, Diabetes oder einer Schilddrüsenüberfunktion ist auf das Fasten zu verzichten. Kurz nach einer Operation oder Infektionskrankheit und während der Schwangerschaft oder Stillzeit ist von einer Fastenkur ebenfalls abzuraten. Für Kinder sind Diäten und Fastenkuren generell nicht geeignet. Nur unter ärztlicher Aufsicht sollten Menschen mit Gicht oder Depressionen sowie Patienten fasten, die ständig Medikamente einnehmen.

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