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Irrtum der Technik: ABS

Die These: Das ABS verkürzt den Bremsweg eines Autos in jeder Situation.

Alexander Stahr

Antiblockiersystem, kurz ABS, verhindert, dass die Räder des Autos blockieren, wenn das Bremspedal kräftig durchgetreten wird. Mehrmals pro Sekunde löst das ABS automatisch die Bremse, wenn das Rad stillzustehen droht. Das Fahrzeug rollt dann für einen kurzen Augenblick ungebremst weiter.

Der Sinn des Antiblockiersystems ist es, dass der Wagen während des Bremsvorgangs lenkbar und somit in der Spur bleibt. Obwohl das ABS nicht für einen kürzeren Bremsweg gedacht ist, ist dieser auf trockener Fahrbahn trotzdem meist ein wenig kürzer als ohne ABS.

Das liegt daran, dass die Reibung zwischen Reifen und Straße am größten ist, wenn der so genannte "Schlupf" des Rades zwischen zehn und 30 Prozent liegt. Das bedeutet, das Rad dreht sich etwas weniger als beim ungebremsten Rollen, aber es steht nicht still.

Auf nasser Straße ist der Bremswegvorteil von ABS noch deutlicher. Ein blockiertes Rad neigt viel eher zum Aquaplaning als ein drehendes. Auf einem lockeren Untergrund wie Kies, Sand oder Schnee hingegen kann der Bremsweg mit ABS länger sein.

Denn blockierende Räder schieben auf einem solchen Untergrund einen immer dicker werdenden Keil aus Lockermaterial vor sich her, der das Auto bremst. Das Fahrzeug mit ABS rollt dagegen weiter über die lockere oder glatte Oberfläche.

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