Lexikon
Äthiopien
Diktatur und Demokratisierung
Aus inneren Machtkämpfen ging Mengistu Haile Mariam als Sieger hervor. Mit dem Staatsstreich brachen auch die seit langem schwelenden Gegensätze im Land wieder auf. Neben zahlreichen Rebellengruppen kämpfte in Eritrea eine Unabhängigkeitsbewegung gegen das Mengistu-Regime. Mit Somalia kam es zum Konflikt um Ogaden. 1987 wurde eine Verfassung nach sowjetischem Vorbild erlassen. 1991 gelang den Rebellen der Sieg im Bürgerkrieg. 1993 wurde Eritrea in die Unabhängigkeit entlassen. 1995 fanden erstmals Wahlen statt. Deutlicher Sieger, wie auch bei allen folgenden Wahlen (zuletzt 2010) war die EPRDF, zu der sich die Mehrzahl der Befreiungsorganisationen zusammengeschlossen hatte. Ministerpräsident wurde Meles Zenawi (EPRDF), seit 1991 bereits interimistisches Staatsoberhaupt. 1998–2000 kam es zum Grenzkrieg mit Eritrea, der rd. 80 000 Tote forderte. 2001 wählte das Parlament Girma Wolde Giorgis zum Staatspräsidenten. Dürrekatastrophen beeinträchtigten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Die Beziehungen zu Eritrea und Somalia blieben gespannt. 2006–09 intervenierte Äthiopien militärisch in Somalia, um die dortigen islamistischen Kräfte auszuschalten. In der Region Ogaden kam es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen mit der separatistischen Ogaden National Liberation Front (ONLF). Im April 2011 erklärte Äthiopien, dass es Oppositionskräfte im benachbarten Eritrea unterstütze, die einen Regierungswechsel anstreben. Eritrea habe Bombenanschläge auf den Gipfel der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba Anfang des Jahres geplant. Wie andere ostafrikanische Staaten wurde auch Äthiopien im Sommer 2011 wegen ausgebliebenen Regens von einer Hungerkatastrophe heimgesucht. 2011/12 gingen äthiopische Truppen gegen die islamistischen Al-Shabaab-Milizen in Somalia vor. Im März 2012 attackierten äthiopische Einheiten auch Militärlager in Eritrea, die als Trainingsstätten für Aufständische angesehen wurden. Im August 2012 verstarb der langjährige Machthaber Zenawi. Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Regierungschef Hailemariam Desalegn (* 1965).
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