Lexikon
Äthiopien
Christliches Königreich
Um 400 v. Chr. wanderten Stämme aus Südarabien in das ehemals unter ägyptischem Einfluss stehende Gebiet ein und gründeten im 1. Jahrhundert n. Chr. das Reich Aksum. Um 350 wurde das Land christianisiert und stieg in der Folgezeit, dem vordringenden Islam trotzend, zu einer regionalen Macht auf. Seit dem 13. Jahrhundert war Äthiopien ein Gesamtstaat unter dem Negus Negesti („König der Könige“) und mehreren Statthaltern (Ras).
Das christliche Königreich musste im Verlauf der Jahrhunderte zwar Gebietsverluste hinnehmen, war aber u. a. dank portugiesischer Hilfe gegen islamische Angriffe im 16. Jahrhundert in seiner Einheit zunächst nicht gefährdet. Erst im 18. Jahrhundert zerfiel Äthiopien in Teilfürstentümer. Im 19. Jahrhundert bildete sich aber wieder eine starke Zentralgewalt heraus; Menelik (II.) konnte sogar die Ansprüche der europäischen Kolonialmächte abwehren.
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